Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2017/18

Veranstaltungsnr.: 040628 (Grundseminar)

Reformation - Katholische Reform: Gab es einen konfessionellen Sakralbau?

Zeit:
Do. 10-12
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
12.10.2017
Workload:
60, 180 oder 240 h
Kreditpunkte:
2, 6 oder 8 CP

Inhalte:
Auf dem Höhepunkt der konfessionellen Auseinandersetzungen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts legten die Protagonisten des jeweiligen Lagers, Martin Luther und der Mailänder Erzbischof und Kardinal Carlo Borromeo, schriftlich fest, wie ein ‚richtiger‘ Kirchenbau auszusehen habe: schmucklos und zurückhaltend auf der protestantischen Seite, auf visuelle Teilnahme an der Eucharistie ausgerichtet im Katholizismus. Diese Positionen schlugen nicht nur auf die Ebene der hohen Politik durch, sondern zeigten sich, zumindest in Nordeuropa, in handfesten Zerstörungen von zuvor als heilig erachteten Bildern. Vor diesem Hintergrund mag es erstaunen, dass keine neuen kirchenbaulichen Typen entstanden. Vielmehr zeigten sich die Veränderungen in den baulichen Strukturen vor allem des Kircheninneren. Während im katholischen Kirchenbau die zuvor üblichen Lettner als Trennung von Gemeinde und Klerus entfielen, führten protestantische Sakralbauten Emporen und ein festes Gestühl ein, durch die sich soziale Hierarchien manifestierten. Stilistisch bedienten sich jedoch beide Konfessionen zunehmend einer antikisierenden Formensprache, so dass es einer genauen Analyse bedarf, um die jeweilige Konfessionalität einer frühneuzeitlichen Kirche zu bestimmen. Genau dies nimmt sich das Grundseminar vor und führt anhand von prägenden Bauten in die konfessionelle Ausrichtung des frühneuzeitlichen Kirchenbaus ein.
Einführende Literatur:
Wex, Reinhold: Ordnung und Unfriede. Raumprobleme des protestantischen Kirchenbaus im 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland, Marburg 1984
Bühren, Ralf van: Kirchenbau in Renaissance und Barock. Liturgiereformen und ihre Folgen für Raumordnung, liturgische Disposition und Bildausstattung nach dem Trienter Konzil, in: Operation am lebenden Objekt. Roms Liturgiereformen von Trient bis zum Vaticanum II, hg. von Stefan Heid, Berlin 2014, S. 93-119
Fürst, Ulrich: ‚Wandpfeilerkirche‘ – über eine Verwirrung in der Fachterminologie der Architekturgeschichte und über ein konfessionelles cross-over in der Etablierung einer neuzeitlichen Bautypologie, in: Harasimowicz, Jan (Hg.): Protestantischer Kirchenbau der Frühen Neuzeit in Europa. Grundlagen und neue Forschungskonzepte, Regensburg 2015, S. 147-160
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 10. August (ab 12 Uhr) bis zum 30. Oktober (bis 18 Uhr) über CAMPUS. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich.

Die versierte, eigenständige Nutzung wissenschaftlicher Diskursformen in Wort und Schrift (Produktion und Rezeption) wird stets optimiert und in der Gruppe reflektiert. Die kommunikativen Fähigkeiten werden zudem durch eine vor Originalen geschulte Wahrnehmung auf fortgeschrittenem Niveau ausgebaut. Wissens- und Kompetenzerwerb und die damit einhergehende Kreditierung setzt daher die kontinuierliche aktive Teilnahme am dialogischen Austausch im Plenum voraus.

Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.