Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2017/18

Veranstaltungsnr.: 040616 (Übung (Lektürekurs/Werkanalyse))

Einführung in die mythologische Ikonographie I: Tizian und Tintoretto. Einführung in ihre mythologischen Bilderwelten (Lektürekurs und Werkanalyse)

Zeit:
Vorbesprechung: Fr. 20.10., 16-18 Uhr; Blockveranstaltung 25.-27. Januar 2018
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
20.10.2017
Workload:
150 oder 210 h
Kreditpunkte:
5 oder 7 CP

Inhalte:
Tizian (ca. 1490–1576) zählt, als venezianischer Malerfürst gerühmt, zu den Hochmeistern der italienischen Renaissance. Tintoretto (1518–1594), ebenfalls in Venedig ansässig, jedoch eine knappe Generation jünger als Tizian, wird gerade in seinem Frühwerk durch Tizians Gemälde stark geprägt. In beider Lebens- und Schaffenszeitspanne fällt die Genese zahlreicher neuer Handbücher, welche die mythologischen Themen der klassischen Antike zusammentragen, aufarbeiten und insbesondere auch den Künstlern für einen richtigen und kenntnisreichen Umgang zugänglich machen. So verzeichnet auch Tizians Œuvre eine Vielzahl mythologischer Bildthemen, anhand derer sich die zeitgenössische Auffassung verschiedener Mythen wie auch die künstlerspezifische Ausgestaltung der selben nachvollziehen lässt. Dieses Seminar verfolgt zwei Erkenntnisziele: Zum einen dient es als Einführung in die Welt der antiken Mythologie mit ihren zahlreichen Göttern und Heroen. Ihre Taten und ihr Nachwirken in der Welt der Menschen liefern Künstlern insbesondere der Renaissance und des Barocks vielseitige Inspirationsquellen für die unterschiedlichsten Kunstwerke. Bei Tizian und Tintoretto lassen sich hierzu herausragende Beispiele finden, anhand derer sich zugleich auch der Einfluss sowohl vorrausgegangener Werke (Raffael) als auch die Rezeption durch spätere Künstler (Rubens) nachvollziehen lässt. Für das Publikum damals wie auch für den Betrachterblick heute ist es von zentraler Bedeutung, die jeweiligen Protagonisten benennen zu können und die Sujets auch in ihren Feinheiten richtig zu interpretieren. Hierzu ist eine solide Kenntnis der wichtigsten mythologischen Quellen (z. B. Ovid, Metamorphosen und Fasti) und der mythographischen Handbücher der Renaissance (z. B. von Lilio Gregorio Gyraldi, Natalis Comes oder Vincenzo Cartari) unabdingbar. Teil des Kurses ist es daher, anhand ausgewählter Quellen die zentralen Göttergestalten kennen und den künstlerischen Aneignungsprozess in der Renaissance zu verstehen zu lernen. Hierzu wird ab Anfang August ein Reader zur Verfügung gestellt, welcher von den Kursteilnehmer_innen bis zu Kursbeginn gelesen werden muss. Knappe schriftliche Studienleistungen werden diesen Leseprozess begleiten. Der zweite Teil der Veranstaltung widmet sich der Werkanalyse und -interpretation. Auf Basis der erarbeiteten mythographischen Kenntnisse werden ausgewählte Beispiele in Referaten exemplarisch besprochen. Hierbei wird anhand verschiedener Werkbeispiele aus dem Schaffen Tizians und Tintorettos die ikonographische Analyse von Kunstwerken eingeübt sowie für die vielfältige Anwendung der Motive in unterschiedlichen funktionalen Kontexten sensibilisiert.
Achtung: Eine verbindliche Einführungssitzung mit Referatvergabe findet am 20. Oktober 2017, 16-18 Uhr statt. Der Kurs selbst wird als Blockveranstaltung 25.–27. Januar 2018 durchgeführt, zum Scheinerwerb besteht daher Teilnahmepflicht.
Wichtig: Nach Ablauf der Anmeldefrist erhalten die Teilnehmer über die Dozentin genauere Informationen zum Ablauf des Kurses. Stellen Sie bitte sicher, dass Sie eine gültige Emailadresse hinterlegt haben.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 10. August (ab 12 Uhr) bis zum 19. Oktober (bis 18 Uhr) über CAMPUS. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich.

Die versierte, eigenständige Nutzung wissenschaftlicher Diskursformen in Wort und Schrift (Produktion und Rezeption) wird stets optimiert und in der Gruppe reflektiert. Die kommunikativen Fähigkeiten werden zudem durch eine vor Originalen geschulte Wahrnehmung auf fortgeschrittenem Niveau ausgebaut. Wissens- und Kompetenzerwerb und die damit einhergehende Kreditierung setzt daher die kontinuierliche aktive Teilnahme am dialogischen Austausch im Plenum voraus.

Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.