Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2016/17

Veranstaltungsnr.: 40662 (Hauptseminar B.A. / M.A.)

Post-Privacy. Von der feministischen Medienkunst zur digitalen Selbstveröffentlichung

Zeit:
Mi. 10-12
Raum/Ort:
GA 03/49
Beginn:
26.10.2016
Workload:
60h, 90h, 120h, 210h, 240h, 270h oder 300h
Kreditpunkte:
2, 3, 4, 7, 8, 9 oder 10 CP

Inhalte:
Dass das Private keineswegs natürlich, sondern ebenso gesellschaftlich konstruiert und von Machtstrukturen geprägt ist wie das Öffentliche, diese Kernaussage der 68er-Proteste und der Frauenbewegung der 1970er Jahre hat die Konzeption des Politischen radikal erweitert. Zugleich hat sich dadurch aber auch der Begriff des Privaten als Korrelat bürgerlicher Öffentlichkeit nachhaltig verändert. Das Seminar geht den Spuren dieses gewandelten Begriffs von Privatheit zum einen in Arbeiten der feministischen Avantgarde seit den 1970er Jahren nach, die Intimität, Reproduktion und Haushalt zum Thema ihrer Kunst gemacht und dafür nicht selten neue technische Möglichkeiten wie Video als Medium der Selbstaufzeichnung genutzt haben. Zum anderen verfolgt das Seminar die künstlerische Thematisierung des Privaten bis in die Gegenwart. Denn gerade unter den Bedingungen der Post-Privacy, also der freiwilligen Exponierung und Preisgabe von Privatem in der Netzcommunity, erscheint diesem umgekehrt eine hochpolitische Bedeutung zuzukommen, nämlich mit der Frage, inwiefern es noch als zu schützendes, zu bewahrendes Gut zu verstehen oder aber obsolet geworden ist.
Einführende Literatur:
Die Arena des Privaten. Ausst.-Kat. Kunstverein München, München 1993
Ego Update. Die Zukunft der digitalen Identität, Ausst.-Kat. NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf, hg. von Alain Bieber, König 2015
Female trouble. Die Kamera als Spiegel und Bühne weiblicher Inszenierungen, Ausst.-Kat. Pinakothek der Moderne, München, hrsg. von Inka Graeve Ingelmann, Ostfildern 200
Feministische Avantgarde. Kunst der 1970er-Jahre aus der Sammlung Verbund, Wien, hrsg. von Gabriele Schor, München u.a. 2015
Heller, Christian: Post-privacy. Prima leben ohne Privatsphäre, München 2011
Das Private bleibt politisch. Symptomatische Subjektentwürfe der Gegenwart, hrsg. von Sigrid Adorf und Jennifer John, FrauenKunstWissenschaft, 49.2010
Privat. Privacy, Ausst.-Kat. Schirn Kunsthalle Frankfurt, hg. von Martina Weinhart, Berlin 2012
Rössler, Beate: Der Wert des Privaten, Frankfurt am Main 2001
Seijde, Jorinde (Hg.), Beyond privacy, Rotterdam 2010
Stocker, Gerfried (Hg.): Goodbye Privacy. Ausst.Kat. Ars Electronica, Ostfildern 2007
Zanichelli, Elena: Privat - bitte eintreten! Rhetoriken des Privaten in der Kunst der 1990er Jahre, Bielefeld 2015
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 10. August (ab 12 Uhr) bis zum 30. Oktober (bis 18 Uhr) über CAMPUS. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich.

Die versierte, eigenständige Nutzung wissenschaftlicher Diskursformen in Wort und Schrift (Produktion und Rezeption) wird stets optimiert und in der Gruppe reflektiert. Die kommunikativen Fähigkeiten werden zudem durch eine vor Originalen geschulte Wahrnehmung auf fortgeschrittenem Niveau ausgebaut. Wissens- und Kompetenzerwerb und die damit einhergehende Kreditierung setzt daher die kontinuierliche aktive Teilnahme am dialogischen Austausch im Plenum voraus.

Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.