Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2016/17

Veranstaltungsnr.: 40656 (Hauptseminar M.A.)

Fragment, Ruine, Körper – Architektur und Architekturdarstellung (15.-20. Jh.)

Zeit:
Do. 12-14; wöchentlich, bis auf 19.01.; dafür und anstelle von Do 2.2. vierstündige Sitzung vor Originalen am Fr 3.2.
Raum/Ort:
GABF 04/514
Beginn:
20.10.2016
Workload:
60h, 90h, 120h, 210h, 240h, 270h oder 300h
Kreditpunkte:
2, 3, 4, 7, 8, 9 oder 10 CP

Inhalte:
Das (metaphorische) Denken und Visualisieren von Architektur in Form von Köperanalogien hat eine lange Tradition; ebenso der Umgang mit der Ruine. Diese konnte genauso in Landschaftsgärten errichtet werden wie als Ergebnis von Zerstörung und Verfall vor Augen stehen und den kolonialen Blick auf andere Kulturen prägen. Darüber hinaus fanden „authentische“ Architekturfragmente nicht nur in Antike und Mittelalter, sondern noch in der Moderne als Spolien Eingang in die Architektur, in die umgekehrt auch ganze Gebäudeteile inkorporiert und als Spur des Alten im Neuen sichtbar gemacht werden konnten. So etwa im Fall der Überformung des Palazzo della Ragione in Vicenza durch Andrea Palladio, während Gottfried Böhm 1947 den umgekehrten Weg ging, und den Neubau einer Kapelle in die Ruinen von St. Kolumba in Köln fügte. Das Seminar widmet sich der gebauten wie dargestellten Architektur und fragt nach dem formalästhetischen, semantischen und politischen Umgang mit dem Vollendeten und Unvollendeten, dem Fragmentarischen und dem Zerstörten zwischen Früher Neuzeit und Moderne.

Großer Leistungsschein: Regelmäßige mündliche Mitarbeit, Referat und Hausarbeit (15-20 Seiten).
Kleiner Leistungsschein: Regelmäßige mündliche Mitarbeit, Referat mit ca. dreiseitiger schriftlicher Ausarbeitung.
Einführende Literatur:
Susanne H. Kolter: Die gestörte Form. Zur Tradition und Bedeutung eines Architektonischen Topos. Weimar 2002
Ulf Jonak: Sturz und Riss. Über den Anlaß zu architektonischer Subversion. Braunschweig/Wiesbaden 1989.
Joseph Rykwert: The Dancing Column. On Order in Architecture, S. 2-141.
Bruno Reudenbach: Die Gemeinschaft als Körper und Gebäude. Francesco di Giorgios Stadttheorie und die Visualisierung von Sozialmetaphern im Mittelalter, in: Gepeinigt, begehrt, vergessen, hg. von Klaus Schreiner und Norbert Schnitzler. München 1992, S. 171-198.
Hartmut Böhme: Die Ästhetik der Ruinen, in: Der Schein des Schönen, hg. von Dietmar Kamper und Christoph Wulf. Göttingen 1989, S. 287-304.
Ruinenbilder, hg. von Aleida Assmann u.a. München 2002.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 10. August (ab 12 Uhr) bis zum 30. Oktober (bis 18 Uhr) über CAMPUS. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich.

Die versierte, eigenständige Nutzung wissenschaftlicher Diskursformen in Wort und Schrift (Produktion und Rezeption) wird stets optimiert und in der Gruppe reflektiert. Die kommunikativen Fähigkeiten werden zudem durch eine vor Originalen geschulte Wahrnehmung auf fortgeschrittenem Niveau ausgebaut. Wissens- und Kompetenzerwerb und die damit einhergehende Kreditierung setzt daher die kontinuierliche aktive Teilnahme am dialogischen Austausch im Plenum voraus.

Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.