Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2015/16

Veranstaltungsnr.: 40656 (Hauptseminar M.A.)

Das Arbeiten am ‚Image‘. Künstlerselbstbildnisse in der frühen Neuzeit

Zeit:
Do. 14-16
Raum/Ort:
GA 04/149
Beginn:
22.10.2015
Workload:
60h, 90h oder 210h
Kreditpunkte:
2, 3 oder 7 CP

Inhalte:
Die Entwicklung des künstlerischen Selbstverständnisses wird gern als eine Erfolgs- und Fortschrittsgeschichte geschrieben. Nach einem ersten Höhepunkt in der Antike sei sie im Mittelalter, als der Mensch eher ein kollektiv bestimmtes Wesen war, schwach ausgebildet gewesen. Erst mit der Renaissance habe sich der Mensch wieder als Individuum wahrgenommen und dann zunehmend ein immer stärkeres ''Selbst'' ausgebildet, das sich in den Bildnissen für uns spiegelt. Mit diesem Denkmodell wird man, wie das Seminar zeigen soll, den komplexen Intentionen der künstlerischen Selbstdarstellung kaum gerecht. Es soll gezeigt werden, dass das Bedürfnis der Künstler, ein bestimmtes ''Image'' von sich zu entwerfen, zu allen Zeiten bestand. Sie zeigen sich uns, wie sie sich sehen wollen. Wie sich dabei die Ausdrucksweisen wandeln, ist vor allem die Folge der sich verändernden Bedingungen der künstlerischen Produktion. Daneben liegt der Schwerpunkt des Seminars auf der Herausarbeitung der innerbildlichen Reflexionen der künstlerischen Produktion in Selbstbildnissen und der damit verknüpften Denkmuster hinsichtlich der künstlerischen Tätigkeit.

Die Referatthemen werden Anfang Oktober am Schwarzen Brett gegenüber meinem Büro (2/158) ausgehängt. Die Themen der ersten drei Sitzungen können dann vorab belegt werden, die übrigen werden in der ersten Sitzung verteilt.

Großer Leistungsschein: Regelmäßige mündliche Mitarbeit, Referat und Hausarbeit (10-15 Seiten).
Kleiner Leistungsschein: Regelmäßige mündliche Mitarbeit, Referat, ggf. ca. dreiseitige schriftliche Ausarbeitung.

Bitte beachten Sie: um ein gleichbleibendes Niveau in der Seminardiskussion zu erzielen, ist der Anspruch an alle Referate (unabhängig davon, ob sie zum einem großen oder kleinen Schein führen) identisch.
Einführende Literatur:
CALABRESE, Omar (2006): Geschichte des Selbstporträts, München.
CAZZOLA, Fabiana (2013): Im Akt des Malens. Aspekte von Zeitlichkeit in Selbstporträts der italienischen Frühen Neuzeit, Paderborn u. München.
PFISTERER, Ulrich/VON ROSEN, Valeska (2005): Der Künstler als Kunstwerk. Selbstporträts vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Stuttgart.
WEINHART, Martina (2004): Selbstbild ohne Selbst. Dekonstruktionen eines Genres in der zeitgenössischen Kunst, Berlin.

LONDON (2005): Self portrait. Renaissance to contemporary (London, National Portrait Gallery/Sydney, Art Gallery of New South Wales), Ausst.-Kat., hrsg. v. Anthony Bond u. Joanna Woodall, London u.a.
WIEN (2004): Selbstbild. Der Künstler und sein Bildnis (Wien, Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste), Ausst.-Kat., hrsg. v. Renate Trnek, Ostfildern.

Abbildungen der besprochenen Werke finden Sie in:
BELL, Julian (2006): 500 self-portraits, London.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 17. August (ab 12 Uhr) bis zum 30. Oktober (bis 18 Uhr) über CAMPUS. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.