Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2015/16

Veranstaltungsnr.: 40629 (Grundseminar)

Transformationen des Heiligenbildes in Italien. Vom ''Kultbild'' zum ''Kunstbild''?

Zeit:
Mi. 12-14
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
28.10.2015
Workload:
60h oder 180h
Kreditpunkte:
2 oder 6 CP

Inhalte:
Heiligenbilder waren bis ins späte 18. Jahrhundert eine äußerst populäre Form der Tafelmalerei. Während sich Historien häufig durch eine Vielzahl an Bildpersonal und die möglichst anschauliche Schilderung einzelner – zuweilen besonders spannungsgeladener – Szenen der Heilsgeschichte auszeichnen, operieren diese Bilder in der Regel mit einer überschaubaren Anzahl an Figuren und dienen meist nicht der Visualisierung einer ausgedehnten Narration. In dieser Form des Tafelbildes wird vielmehr die Figur eines bestimmten Heiligen fokussiert, wobei die jeweilige Art der Darstellung und die damit verbundene(n) Lesart(en) des Bildes unmittelbar mit dessen Funktion verbunden sind. Aufgrund der verschiedenen Kontexte (z. B. Liturgie, Andacht oder private Sammlung) und den folglich variierenden Anforderungen, bot das Heiligenbild den Künstlern nicht nur eine gute Einkommensquelle, sondern auch die Option mit den medialen Möglichkeiten der Malerei zu experimentieren.
Ziel des Seminars ist es, verschiedene Erscheinungsformen des Heiligenbildes in Italien vom Tre- bis zum Cinquecento zu analysieren und anhand ausgewählter Werke die künstlerischen Strategien herauszuarbeiten, durch die das Heiligenbild jeweils im Bezug auf neue Kontexte transformiert wurde (wie z.B. neue Formen der Heiligenverehrung oder das private Sammlungswesen).
Des Weiteren werden auf der Basis ausgewählter Texte wichtige kunsthistorische Termini (wie z.B. Ikone, Retabel, Kultbild, Andachtsbild) diskutiert und Grundlagen der christlichen Ikonographie sowie der Tafelmalerei der Renaissance vermittelt.

Die Referatsthemen werden in der ersten Sitzung vorgestellt und zugeteilt.
Eine Woche vor dem jeweiligen Termin ist während eines obligatorischen Besuchs der Sprechstunde eine Liste der recherchierten Literatur vorzulegen und ein kurzer Abriss zum geplanten Vorgehen zu geben.

Der folgende Text ist zur ersten Sitzung (28.10) zu lesen:
Michael Baxandall, Die Wirklichkeit der Bilder. Malerei und Erfahrung im Italien des 15. Jahrhunderts, Berlin 2013.

Grundvoraussetzung für den Scheinerwerb ist die Lektüre der bereitgestellten Literatur sowie die regelmäßige mündliche Mitarbeit im Seminar.
Großer Leistungsschein: Referat und Hausarbeit (10-15 Seiten).
Kleiner Leistungsschein: Referat mit schriftlicher Ausarbeitung (3-5 Seiten).

Das Seminar ist nicht für Gasthörer geöffnet.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 17. August (ab 12 Uhr) bis zum 30. Oktober (bis 18 Uhr) über CAMPUS. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.