Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2014/15

Veranstaltungsnr.: 040646 (Hauptseminar B.A. / M.A.)

Koloniale Blicke: Frankreich und Nordafrika von Eugène Delacroix bis zu Henri Matisse

Zeit:
Mi. 12-14
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
15.10.2014
Workload:
60h, 90h, 210h oder 270h
Kreditpunkte:
2, 3, 7 oder 9 CP

Inhalte:
Ausgangspunkt des Seminars ist eine historische Parallelität: Die Kunst der Moderne konstituiert sich in Frankreich nahezu zeitgleich mit dem französischen Kolonialreich in Nordafrika, das sich ab 1830, mit der Besetzung Algiers, auf der geopolitischen Landkarte positioniert und bis in die Nachkriegszeit fortdauert. Gleich drei der malenden Protagonisten der Epoche, Eugène Delacroix, Pierre-Auguste Renoir und schließlich Henri Matisse bereisen die betroffenen Regionen und verarbeiten ihre Eindrücke in Werken, die innerhalb ihres jeweiligen Œuvres einen zentralen Platz einnehmen. Doch auch die weniger experimentelle Salonkunst nimmt sich, auch aufgrund der politischen Gegebenheiten massiv des Sujets an; mit dem sogenannten Orientalismus formiert sich eine eigene, ikonographisch bestimmte Kunstgattung, die andere Zuordnungsmuster transzendiert. Das Seminar möchte die betreffenden Gemälde jedoch nicht nur kunstsystemimmanent, sondern auch bildwissenschaftlich analysieren. Dies soll vor allem unter der Fragestellung erfolgen, ob und inwiefern mimetische Bilder koloniale Blicke spiegeln, lenken oder sich jenen sogar widersetzen. Besondere Berücksichtigung soll hierbei die Theoriebildung um den palästinensisch-amerikanischen Literaturwissenschaftler Edward Saïd (1935-2003) finden, dessen Standardwerk Orientalism von 1978 maßgeblich an der methodischen Entwicklung relevanter Analysetechniken beteiligt war und der vielfach als Begründer des Postkolonialismus als wissenschaftliche Disziplin angesehen wird.
Einführende Literatur:
1. Gesamtdarstellungen: The Orientalists: Delacroix to Matisse: European Painters in North Africa and the Near East, herausgegeben von MaryAnne Stevens, London 1984; Todd B. Porterfield, The Allure of Empire: Art in the Service of French Imperialism: 1798-1836, Princeton 1998; Darcy Grimaldo Grigsby, Extremities. Painting Empire in Post-Revolutionary France, New Haven 2002. 2. Zum historischen Rahmen: Jean Meyer, Annie Rey-Goldzeiguer und Jean Tarrade, Histoire coloniale de la France, I, La conquête, Paris 1991. 3. Zum kulturgeschichtlichen Hintergrund: Edward Saïd, Orientalism, London 1978.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Max. 30 TeilnehmerInnen!

Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 01. Oktober (ab 12 Uhr) bis zum 30. Oktober (bis 18 Uhr) über CAMPUS. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. TeilnehmerInnen, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.