Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2014/15

Veranstaltungsnr.: 040631 (Grundseminar)

Kunst und Künstler im Kontext der ersten Kunstakademien (Italien, Frankreich, England und Deutschland)

Zeit:
Einführungssitzung: Mi. 08.10.14, 14-16, GA 6/62; Blöcke Fr./Sa. 23./24.01.15 und 30./31.01.15, jeweils 9.30-18 Uhr
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
08.10.2014
Workload:
60h oder 180h
Kreditpunkte:
2 oder 6 CP

Inhalte:
Die europäische Entwicklung der Kunstakademien beginnt mit der Gründung informeller Privatakademien, wie die der Carracci-Brüder in Bologna. Gemeinsame Zeichenstudien und persönlicher Austausch stehen hier zunächst im Mittelpunkt, bis teils in scharfer Abgrenzung, teils in Übernahme der Aufgaben der lokalen Zünfte bald darauf die Entwicklung institutionalisierter Einrichtungen einsetzt. Diese fokussieren zunehmend weniger auf soziale Selbstverwaltung und ökonomische Marktsicherheit, als auf ästhetische Theorienbildung und professionalisierte Künstlererziehung. Der parallele beginnende Kunstdiskurs markiert zudem die Anfänge der modernen Kunstkritik. Zu den ersten prägenden Beispielen im Entwicklungsprozess zählen die Accademia e Compagnia dell’Arte del Disegno (1563) in Florenz und die Accademia di San Luca (1593) in Rom. Wenngleich Italien eine Vorreiterrolle zugesprochen werden muss, die in vielen Aspekten prägte, bildeten sich im weiteren Verlauf und im internationalen Vergleich auch nationale Besonderheiten heraus, die sich entlang der Académie française (1635) in Paris, der Kunstakademie (1762) in Düsseldorf oder Royal Academy (1786) in London der nachvollziehen lassen.
Im Seminar werden Struktur, Aufgabe und Inhalte der einzelnen Akademien besprochen, um dabei eine allgemeine vergleichende Entwicklungslinie über die Jahrhunderte nachgezeichnet. Hierbei werden zudem einzelne Künstlerpersönlichkeiten wie Federico Zuccaro, Nicolas Poussin oder William Turner konkreter in den Blick genommen, um der Frage nachzugehen, in wie weit ihr Künstlerstil durch ihre Mitgliedschaft an den jeweiligen Akademien geprägt wurde bzw. sie selbst auf das Akademieprofil einwirkten. Als Quellenexkurse werden u.a. die Werkbeschreibungen und kritischen Analysen in den Akademiesitzungen herangezogen, ebenso Berichte über Akademieausstellungen sowie Selbstzeugnisse der Künstler.

Achtung: Die verbindliche Referatsvergabe erfolgt in der Vorbesprechung am 8.10.2014, 14-16 Uhr. Nachträgliche Referatsvergabe nur nach Rücksprache via Email.
Einführende Literatur:
Pevsner, Nikolaus: Die Geschichte der Kunstakademien, München 1986; Dempsey, Charles: The Carracci Academy, in: Leids kunsthistorisch jaarboek 5/6.1968/87, 1987: 33-43; Dempsey, Charles: Some Observations on the Education of Artists in Florence and Bologna during the Later Sixteenth Century, in: The Art Bulletin 62 (4), 1980: 552-569; Barzman, Karen-Edis: The Florentine Academy and the early modern state. The discipline of disegno. Cambridge 2000; Lukehart, Peter M. (Hg.): The Accademia Seminars. The Accademia di San Luca in Rome, c. 1590-1635, Washington D.C./New Haven 2009; Mai, Ekkehard: Die deutschen Kunstakademien im 19. Jahrhundert. Künstlerausbildung zwischen Tradition und Avantgarde, Köln 2010; Saumarez Smith, Charles: The company of artists. The origins of the Royal Academy of Arts in London, London 2012; Michel, Christian: L’ Académie Royale de Peinture et de Sculpture (1648–1793). La naissance de l’École Française, Genève 2012.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 15. August (ab 12 Uhr) bis zum 30. Oktober (bis 18 Uhr) über CAMPUS. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. TeilnehmerInnen, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.