Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2014/15

Veranstaltungsnr.: 040628 (Grundseminar)

Die Sprache der Kleidung im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit. Übung anhand von Originalen des 15. und 16. Jahrhunderts im Wallraf-Richartz-Museum, Köln

Zeit:
Blockveranstaltung 10. und 11.02.15, 10.00-17.00 im Museum; Vorbesprechungen 16.01.15, 9.00-13.00 und 30.01.15, 8.00-10.00, GA 6/62
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
16.01.2015
Workload:
60 oder 180
Kreditpunkte:
2 oder 6 CP

Inhalte:
Bilder sind Zeichensysteme, die soziale, sinnliche und körperbezogene Aussagen transportieren. Sie unterliegen einem Künstler, Dargestelltem und Betrachter gemeinsamen Verständnis. Im Sonderfall der figürlichen Darstellung und vor allem des Porträts bilden Kleidung und persönliche Accessoires ein zentrales Medium der Aussage und des Selbstzeugnisses. Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit war sie sogar das direkteste Mittel, die eigene gesellschaftliche Position oder aber die Stellung der Protagonisten der biblischen Darstellungen zu charakterisieren. Denn Kleiderordnungen regelten seit dem 13. Jahrhundert peinlich genau die Bandbreite der Kleidungselemente und den maximalen Wert der zu verwendenden Pelze, Stoffe und Schmuckobjekte, die den jeweiligen Ständen der Gesellschaft zustanden. Brisanz gewann ihr Aussagewert, als Ende des Mittelalters die Altargemälde immer unmittelbarer den eigenen Lebensraum in den biblischen Darstellungen thematisierten und parallel dazu das private Porträt entstand. Neben dem Festhalten des individuellen Aussehens durch die Wiedergabe der Physiognomie war es vor allem die Kleidung, die die geeignete Möglichkeit bot, den gesellschaftlichen Anspruch der Dargestellten zu transportieren. Diese Bedeutung der Kleidung für die ikonographische Bildinterpretation und ihre Möglichkeiten einer konkreteren Lesbarkeit der Bildaussage ist gerade in den letzten Jahren in den Blick kunsthistorischer Forschung gekommen.
In der Übung vor Originalen im Wallraf-Richartz-Museum in Köln sollen daher Altargemälde und frühe Privatporträts des 15. und 16. Jahrhunderts im Kontext der Geschichte der Kleidung gemeinsam betrachtet werden. Ergänzend zu den bisherigen Bildanalysen wird zu fragen sein, welche zusätzlichen Informationen eine genaue Analyse der Kleidung für die Bildaussagen bieten, inwieweit Anspruch und Wirklichkeit der Selbstdarstellung oder ständischen Charakterisierung der Handlungsteilnehmer in den Bildern zu verifizieren sind.
Die Einführungsveranstaltungen dienen der Erarbeitung der notwendigen modegeschichtlichen Kenntnisse, die dann in Referaten und gemeinsamen Betrachtungen vor den Originalen umgesetzt werden.

Voraussetzung: Übernahme eines Referats.
Einführende Literatur:
Zitzlsperger, Philipp: Kleidung im Bild. Zur Ikonologie dargestellter Gewandung. (Tagung Kleidung im Bild, Berlin 2008). Emsdetten, Berlin 2010 (Textile Studies 1)
Ders.: Dürers Pelz und das Recht im Bild. Kleiderkunde als Methode der Kunstgeschichte. Berlin 2008
Boehn, Max von: Die Mode. Die Kulturgeschichte vom Barock bis zum Jugendstil; bearbeitet von Ingrid Loschek, 5. überarb. Aufl., München 1996
Thiel, Erika: Geschichte des Kostüms. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, 8. Aufl., Berlin 2004
Beyer, Andreas: Das Porträt in der Malerei. München 2002
Beyer, Andreas: Das Porträt in der Malerei. München 2002
Budde, Rainer u. Krische, Roland: Das Wallraf-Richartz-Museum. Sonderausgabe. Hundert Meisterwerke von Simone Martini bis Edvard Munch, Köln 2004
Jünger, Hans-Dieter: Wallraf-Richartz-Museum Köln, Gemälde- und Skulpturenbestand. München 1996
Sonntag, S. u. Blüm, A: Wallraf das Museum. Köln 2008
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Max. 15 TeilnehmerInnen!

Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 15. August 2014 (ab 12 Uhr) bis zum 15. Januar 2015 (bis 18 Uhr) über CAMPUS. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. TeilnehmerInnen, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.