Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2014/15

Veranstaltungsnr.: 040602 (Vorlesung)

Barockarchitektur und die Geschichte ihrer Erforschung, Teil II: Nordeuropa

Zeit:
Di. 16-18
Raum/Ort:
GA 03/142
Beginn:
14.10.2014
Workload:
60h
Kreditpunkte:
2 CP

Inhalte:
Nördlich der Alpen setzte die barocke Baukunst, bedingt durch einen schwächeren Bruch mit der mittelalterlichen Architektur, deutlich später ein als in Italien. Die neue Bauweise traf hier auf andere Auftraggeberschichten als südlich der Alpen: Städte, deren Machtstellung vor allem nach dem Dreißigjährigen Krieg schwand, während fürstlich geführte Territorien politisch dominierten. Allerdings erwies sich die barocke Baukunst für die verschiedenen adeligen Schichten, die vom Kaiser- und Königshof bis hin zu Kleinstterritorien reichten, als besonders geeignet. Erstens wurden, ähnlich wie bei mittelalterlichen Bauweisen, noch einmal regionale Stile gefördert, die den Territorien zugute kam. Zweitens konnte der gestiegene Repräsentationsbedarf, den die Entwicklung des Hofes mit sich brachte, in Nordeuropa besonders gut durch die Baukunst erfüllt werden, so daß - wie in Versailles - ganz neue bauliche Typen entstanden. Die kirchliche Baukunst blieb von diesem gestiegenen Repräsentationsanspruch nicht unberührt, so entstanden zahlreiche neue Klosterensembles. Wie im Sommersemester 2014 richtet die zweisemestrige Veranstaltung den Blick auf diese baulichen Objekte, indem die kunstgeschichtliche Forschung, die sich dieser angenommen hat, untersucht wird. Neben formalistisch geprägten, teilweise dem Chauvinismus anhängenden Kunstgeschichten der 1930er und 1940er Jahre wird es nun stärker um ikonographische und sozialgeschichtliche Ansätze gehen, die sich – vor allem in der Folge von 1968 – der Architektur der Höfe und Residenzen annahmen. Seit den späten 1990er Jahren sind neue Ansätze zu beobachten, die neben Genderfragen auch die Architektur hinsichtlich ihrer funktionalen und räumlichen Bedeutung in den Blick nehmen.
Einführende Literatur:
The Triumph of the Baroque. Architecture in Europa 1600–1750 (hrsg. v. Henry A. Millon), Ausstellungskatalog Stupinigi, Museo dell’Arredamento; Montréal, Musée des Beaux-Arts; Washington, DC, National Gallery of Art; Marseille, Musée des Beaux-Arts, Mailand 1999

Hans H. Aurenhammer: Hans Sedlmayr und die Kunstgeschichte an der Universität Wien 1938–1945, in: Schwerpunkt: Kunstgeschichte an den Universitäten im Nationalsozialismus, hg. von Jutta Held/Martin Papenbrock, Göttingen 2003, S. 161-194

Hans Sedlmayr: Johann Bernhard Fischer von Erlach, Wien/München 1956 (2. Aufl. Wien 1976), Neuausgabe Stuttgart 1997
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 15. August (ab 12 Uhr) bis zum 30. Oktober (bis 18 Uhr) über CAMPUS. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. TeilnehmerInnen, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters gelöscht.