Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2013/14

Veranstaltungsnr.: 40660 (Hauptseminar M.A.)

Gottfried Semper und die Rezeption frühneuzeitlicher Architektur im späten 19. Jahrhundert

Zeit:
Do. 10-12
Raum/Ort:
GABF 04/511
Beginn:
17.10.2013
Workload:
60h, 90h oder 210h
Kreditpunkte:
2, 3 oder 7 CP

Inhalte:
Gottfried Semper (1803-1879) war einer der einflußreichsten Architekten in der zweiten Hälfte des 19. Jh.s, der den englischen Prinzgemahl bei der Planung des Londoner Victoria & Albert-Museums beriet und Entwürfe für das von König Ludwig II. von Bayern geplante Wagner-Nationaltheater in München lieferte. Die realisierten Bauten in Hamburg, Dresden, Zürich, Winterthur und Wien zeigen eine Rezeption der italienischen Renaissance, insbesondere oberitalienischer und römischer Formen, die hier durch häufig öffentliche Gebäude (Theater, Museen) aktualisiert wurden. Auf der anderen Seite zeichnete sich Semper, der während der 1848er Revolution aus Dresden verbannt wurde, durch ein ausgeprägtes theoretisches Interesse aus, das vergangene Baustile und künstlerische Techniken verschiedener Epochen und Kulturen in einzigartiger Weise als Dokumente einer permanenten symbolischen Tätigkeit des Menschen versteht und hieraus eine Theorie des Ornaments schafft. Diese Geschichte der Kunsttechnologie entstand auf dem Hintergrund einer dynamisierten Industrialisierung und Globalisierung, deren aufmerksamer Zeuge der Architekt war. Das Seminar betrachtet die beiden Bereiche von Sempers Schaffen, die durch die Moderne als zwei sich widersprechende Bereiche verstanden wurden, parallel. In einem ersten Block werden zunächst kürzere theoretische Texte von Semper gelesen, anschließend seine Bauten in einem zweiten Anlauf analysiert. Interessierte müssen stets beide Bereiche abdecken (kleiner Schein: mündlich).
Einführende Literatur:
Mallgrave, Harry Francis: Gottfried Semper. Ein Architekt des 19. Jahrhunderts, Zürich 2001 (am. Orig.: 1996).
Semper, Gottfried: Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten oder praktische Ästhetik. Ein Handbuch für Techniker, Künstler und Kunstfreunde, 2 Bde., Frankfurt 1860-1863 (Reprint: 1977).
Ders.: „Ueber die formelle Gesetzmässigkeit des Schmuckes und dessen Bedeutung als Kunstsymbolik“ (Akademische Vorträge I), Zürich 1856.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. August (ab 12 Uhr) bis zum 30. Oktober (bis 18 Uhr) über VSPL. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. TeilnehmerInnen, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters automatisch gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.