Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2013/14

Veranstaltungsnr.: 40658 (Hauptseminar M.A.)

Frühneuzeitliche Ordensarchitektur: korporatives Bauen im Spannungsfeld von Normbildung und Invention

Zeit:
Mi. 16-18
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
23.10.2013
Workload:
60h, 90h oder 210h
Kreditpunkte:
2, 3 oder 7 CP

Inhalte:
Die Sakralarchitektur zwischen dem 16. und frühen 18. Jh. war entscheidend geprägt durch die Bautätigkeit neuer kirchlicher Orden, die sich in Antwort auf die lutherische Reformation gründeten. Neben dem 1534 eingesetzten, äußerst einflußreichen Jesuitenorden (Societas Jesu) traten die Kongretationen der Theatiner, Piaristen und Barnabiten als neue Auftraggeber in Erscheinung und prägten durch liturgische und pastorale Anforderungen den Kircheninnenraum. Dieser mußte architektonisch das Zusammenkommen der Mitglieder des Ordens im Gottesdienst ermöglichen, zielte aber im Zeitalter der Konfessionalisierung in neuartiger Weise auf den Laien und suchte diesen vor allem sinnlich zu erreichen. Darüber hinaus prägten die neuen Orden den Außenraum, in dem sie sich gegen die Konkurrenz bestehender Sakralbauten zu behaupten hatten. Diese Situation führte zu großen Bauprojekten an Hauptorten des katholischen Glaubens (Rom, Wien, München, Köln) und dessen Ländern, wie etwa Flandern, Spanien und Portugal und in den Kolonien der Neuen Welt. Das Seminar widmet sich dem Kirchen- und Klosterbau der neuen Kongregationen, berücksichtigt aber auch die bauliche Tätigkeit der alten Orden, etwa in Süddeutschland. Dabei hilft die jüngere Forschung, die – entgegen der noch immer stark verbreiteten Meinung einer zentralistisch bestimmten Normierung – auf die identitätsbildende Wirkung dieser korporativen Architektur abhebt.
Einführende Literatur:
Baumstark, Reinhold (Hrsg.): Rom in Bayern. Kunst und Spiritualität der ersten Jesuiten. Ausst.-Kat., München 1997.
Bösel, Richard: Jesuitenarchitektur in Italien (1540-1773), Teil 1: Die Baudenkmäler der römischen und der neapolitanischen Ordensprovinz, 2 Bde., Wien 1985.
Stabenow, Jörg: Die Architektur der Barnabiten. Raumkonzept und Identität in den Kirchenbauten eines Ordens der Gegenreformation 1600-1630, Berlin/München 2011.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. August (ab 12 Uhr) bis zum 30. Oktober (bis 18 Uhr) über VSPL. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. TeilnehmerInnen, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters automatisch gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.