Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2013/14

Veranstaltungsnr.: 40645 (Hauptseminar B.A. / M.A.)

Die Kunst des Landschaftsgartens

Zeit:
Do. 12-14
Raum/Ort:
GABF 04/711
Beginn:
17.10.2013
Workload:
60h, 90h, 210h oder 270h
Kreditpunkte:
2, 3, 7 oder 9 CP

Inhalte:
Um 1720 in England entstanden, zeigte der neue Gartenstil ‚natürliche‘ Merkmale, die dem bisherigen formalen oder geometrischen Garten entgegengesetzt waren: geschwungene Wege, in malerische Gruppen gepflanzte Bäume oder Sträucher, einzeln stehende kleine, einfache Gebäude (follies). Zeichnete sich der barocke Garten durch einen strikten Aufbau von Parterres, Wasserkünsten, Boskett und parc aus, so war der Englische Landschaftsgarten eine Komposition einzelner ’Bilder‘, die – analog zur sensualistischen Kunsttheorie – Gefühle (sensations) im Betrachter freisetzen sollten. Die nicht mehr axialen Wege fungieren dabei als Leitsystem, das in geeigneter Weise in solche Bilder hineinführt und den Rezipienten dafür disponiert. Aufgrund der starken Kontraposition zum barocken Garten wurde der Englische Garten auch als politische Stellungnahme gegen den Absolutismus verstanden, insbesondere das französische Königtum. Seine Ursache hatte dies im Naturbegriff der englischen Aufklärung, der die Freiheit mit dem Naturrecht begründete und damit die Natur selbst zum Freiheitssymbol machte. Die ausgreifenden Momente des neuen Gartens durch überraschende Einblicke in die Umgebung (aha) und die daraus resultierende Landschaftsästhetik bedeutete so eine umfassende Entgrenzung. Das Seminar behandelt europäische, insbesondere englische und deutsche Anlagen zwischen der Mitte des 18. und dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Neben der ausführlichen Analyse der Gärten müssen Interessierte bereit sein, größere Passagen kunsttheoretischer Texte zu verarbeiten.
Einführende Literatur:
Buttlar, Adrian von: Der Landschaftsgarten. Gartenkunst des Klassizismus und der Romantik, Köln 1989.
Verschragen, Jeroen Leo: Die „stummen Führer“ der Spaziergänger. Über die Wege im Landschaftsgarten, Frankfurt a. M. 2000.
Pückler-Muskau, Hermann Fürst von: Andeutungen über Landschaftsgärtnerei (…), hg. von Günter J. Vaupel, Frankfurt a. M. 1988
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. August (ab 12 Uhr) bis zum 30. Oktober (bis 18 Uhr) über VSPL. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. TeilnehmerInnen, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters automatisch gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.