Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2012/13

Veranstaltungsnr.: 40665 (Hauptseminar M.A.)

„Fantasie an die Macht“ – Reflexionen der Imagination in der Kunst der frühen Moderne

Zeit:
Mi. 14-16h
Raum/Ort:
GA 04/149
Beginn:
18.10.2012
Workload:
60h, 90h oder 210h
Kreditpunkte:
2, 3 oder 7 CP

Inhalte:
In seiner Salonkritik von 1859 bezeichnet Charles Baudelaire die Imagination als Königin aller menschlichen Fähigkeiten und weist ihr damit eine für die moderne Kunst eigentümliche Rolle zu: Die künstlerische Fantasie wird zum kreativen Vermögen. Sie ermöglicht Originalität, die Neues schafft und dabei nicht mehr rationalen und durch die Tradition abgesicherten Regelwerken untersteht wie der Rhetorik und der Poetik. Mit der Freisetzung der Fantasie wurden in den Künsten seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert neue subjektiv gefärbte Bildwelten erschlossen. Doch besaß die errungene künstlerische Freiheit auch eine dunkle Kehrseite. Denn die Befreiung von rationaler Kontrolle machte die Fantasie auch zu einer Kraft, die das künstlerische Subjekt gefährdet, es mit seinen Ängsten konfrontiert und sogar an den Rand des Wahnsinns treiben kann.
Wie die hier skizzierte ambivalente Macht der Fantasie seit dem späten 18. Jahrhundert bis zur Wende zum 20. Jahrhundert in Malerei und Grafik reflektiert wurde, ist Gegenstand des Hauptseminars. Im Fokus stehen exemplarische Werke von Francisco de Goya, William Blake, Johann Heinrich Füssli sowie Gemälde der deutschen und französischen Romantik und Arbeiten der symbolistischen Bewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Leitend ist die Frage, wie in diesen Werken Imagination motivisch und formalästhetisch zum Thema gemacht wird und auf welche Weise dabei die Einbildungskraft des Betrachters angesprochen wird.

Einführende Literatur:
Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Band 2. Berlin 1904, S. 96-103.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Max. 25 Teilnehmer!

Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 3. September (ab 12 Uhr) bis zum 31. Oktober (bis 18 Uhr) über VSPL. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. Teilnehmer, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters automatisch gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.