Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2012/13

Veranstaltungsnr.: 40663 (Hauptseminar M.A.)

Konstruktionen von Männlichkeit in Moderner und Zeitgenössischer Kunst

Zeit:
Fr. 10-12
Raum/Ort:
GA 6/62 Sammlungsraum
Beginn:
19.10.2012
Workload:
60h, 90h oder 210h
Kreditpunkte:
2, 3 oder 7 CP

Inhalte:
Simone de Beauvoirs grundlegende These zur Geschlechterforschung lässt sich auf das Konzept von Männlichkeit übertragen: Man ist nicht als Mann geboren, sondern wird dazu gemacht. Dass bei diesem Prozess der Mann-Werdung diskursive und soziale Praktiken eine entscheidende Rolle spielen, ist von den poststrukturalistisch argumentierenden „gender-studies“ herausgearbeitet worden. Männlichkeit ist keine natürliche und überzeitliche Gegebenheit, sondern ein historisch wandelbares Konstrukt, das auch gleichzeitig ganz unterschiedliche Ausprägungen besitzt. Männlichkeit differenziert sich in einem hierarchisch geordneten Machtgefüge und ist keineswegs ein homogenes Konstrukt. So formiert sich die Norm „hegemonialer Männlichkeit“ in der Moderne nicht nur in Differenz zur Weiblichkeit, sondern auch im Unterschied zu diversen männlichen „Anti-Typen“, zu denen George Mosse beispielsweise Kranke, Juden und Homosexuelle zählt. In diesen Differenzen wird hegemoniale Männlichkeit immer wieder in Frage gestellt und muss sich ihnen gegenüber immer wieder neu behaupten. Letztlich erscheint „hegemoniale Männlichkeit“ als ein Ideal, das nur mit großer Kraftanstrengung als Maskerade aufgeführt werden kann und in der sozialen Praxis zum Scheitern führt, so dass Männlichkeit in der Moderne einer permanenten Krise unterworfen ist. Wie die Krise des modernen Mannes in den bildenden Künsten seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert reflektiert wird, wie die Norm hegemonialer Männlichkeit in Bildern und durch Bilder gesetzt und in Frage gestellt wird, ist Gegenstand des Seminars.

Einführende Literatur:
George L. Mosse, Das Bild des Mannes. Zur Konstruktion der modernen Männlichkeit, Frankfurt a.M. 1997.
Abigail Solomon-Godeau, Male Trouble. A Crisis in Representation, London 1997.
Inge Stephan u. Claudia Benthien, Männlichkeit als Maskerade. Kulturelle Inszenierungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Köln 2003.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Max. 25 Teilnehmer!

Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. August (ab 12 Uhr) bis zum 11. Oktober (bis 12 Uhr) über VSPL. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. Teilnehmer, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters automatisch gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.