Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2012/13

Veranstaltungsnr.: 40633 (Grundseminar)

Historismus im Barock: der Architekt J. B. Fischer von Erlach

Zeit:
Mi. 16-18h
Raum/Ort:
GA 6/62 Sammlungsraum
Beginn:
10.10.2012
Workload:
60h oder 180h
Kreditpunkte:
2 oder 6 CP

Inhalte:
Mit seinem „Entwurff einer historischen Architectur“ (1721) stellt J. B. Fischer von Erlach eine völlig neue Art von Architekturtheorie vor, die erstmals eine Kulturgeschichte des Bauens zeigt. Dieser intellektuelle Horizont geht auf die römischen Studienjahre Fischer von Erlachs zurück, in denen er mit dem humanistisch-antiquarischen Kreis um Königin Christine, Pietro Bellori und Athanasius Kircher in Kontakt stand. Zurück in Wien, findet der Architekt nach der Abwehr der Türkenbelagerung von 1683 die Metropole im Aufwind vor. Es wird nicht nur viel gebaut, sondern aus einer gestärkten Position des „Heiligen Römischen Reiches“ heraus, die in der Krönung Kaiser Karl VI. 1711 gipfelt. Der Kunsthistoriker Hans Sedlmayr sah 1938 in dem hier einsetzenden Schaffen Fischer von Erlachs einen „Reichsstil“, den er als ‚deutschen‘ Barock propagierte. Aus der Kritik hieran hat sich eine reiche Forschung entwickelt, die es ermöglicht, die Architektur Fischer von Erlachs erneut in Blick zu nehmen. Das Seminar nimmt sich die architekturtheoretische Seite Fischer von Erlachs und deren geschichtsbewußte Fundierung ebenso vor wie die Bauten für das Kaiserhaus und den habsburgischen Hochadel. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie durch die Einbindung von Konzepten der Vergangenheit eine neuartige Legitimität begründet wird.

Einführende Literatur:
J. B. Fischer von Erlach, Entwurff einer Historischen Architectur, Wien 1721 (Nachdruck: Dortmund 1978)
Hellmut Lorenz, Johann Bernhard Fischer von Erlach, Zürich u. a. 1992
Ulrich Fürst, Die lebendige und sichtbahre Histori. Programmatische Themen in der Sakralarchitektur des Barock (Fischer von Erlach, Hildebrandt, Santini), Regensburg 2002
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. August (ab 12 Uhr) bis zum 31. Oktober (bis 18 Uhr) über VSPL. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. Teilnehmer, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters automatisch gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.