Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2012/13

Veranstaltungsnr.: 40628 (Grundseminar)

Einführung in die Goldschmiedekunst

Zeit:
Mi. 16-18h mit einem Block vor Originalen
Raum/Ort:
GA 03/142
Beginn:
10.10.2012
Workload:
60h oder 180h
Kreditpunkte:
2 oder 6 CP

Inhalte:
Als eine der vornehmsten Gattungen unter den bildenden Künsten des Mittelalters gilt die Goldschmiedekunst. Dieser exzeptionelle Stellenwert resultiert zum einen aus der Verwendung seltener und kostbarer Materialien; zum anderen folgt er aus dem hohen Schwierigkeitsgrad der Bearbeitungstechniken, die für die Verarbeitung der jeweiligen Materialien für den Goldschmied zu lernen unerlässlich waren.
Ihre Vielschichtigkeit und Formenvielfalt verdankt die Goldschmiedekunst unterschiedlichen Funktionszusammenhängen, die an politische, symbolische, liturgische und soziale Bedeutungsebenen gekoppelt sein konnten. Innerhalb der Goldschmiedekunst lassen sich funktionale Kategorien wie beispielsweise Reliquiare, Vortrage/Altarkreuze, Schreine, vasa sacra und auch Neujahresgeschenke benennen, anhand derer im Rahmen des Seminars technischen Fragen, Gestaltungs- und Bedeutungsaspekten, sowie rezeptionsästhetischen Problemen und Lösungen nachgegangen werden sollen.
Zu Beginn des Seminars soll in sechs Einzelterminen anhand repräsentativer Objekte den skizzierten Themenfeldern nachgegangen werden, um einen Überblick über die im Zeitraum von Früh- bis Spätmittelalter entstandenen Kunstwerke zu erhalten. Die hier gewonnen Erkenntnisse sollen schließlich von den Studierenden in einem ganztägigen Ausstellungsbesuch durch Studien am Einzelobjekt vertieft werden.

Scheinerwerb:
Großer Leistungsschein: Regelmäßige und aktive Teilnahme, Referat und Hausarbeit (10-15 Seiten) sowie das Erstellen von insgesamt drei Textexzerpten (frei wählbar aus den zu lesenden Texten für die jeweils folgende Sitzung). Die Referatthemen werden Anfang September am Schwarzen Brett ausgehängt; lediglich die Themen der ersten drei Sitzungen können dann sofort belegt werden.
Kleiner Leistungsschein: Regelmäßige und aktive Teilnahme, Referat sowie das Erstellen von insgesamt drei Textexzerpten (frei wählbar aus den zu lesenden Texten für die jeweils folgende Sitzung).

Einführende Literatur:
Ausst.-Kat. Goldene Pracht. Mittelalterliche Schatzkunst in Westfalen, München 2012.
Ausst.-Kat.: Ornamenta Ecclesiae. Kunst und Künstler der Romanik (Schnütgen Museum, Köln 1985), Bd. I-III, Köln 1985.
Victor Elbern, Die Goldschmiedekunst im frühen Mittelalter, Darmstadt 1988.
Johann Michael Fritz, Gestochene Bilder. Gravierungen auf deutschen Goldschmiedearbeiten der Spätgotik (Beihefte der Bonner Jahrbücher, Bd. 20), Köln/Graz 1966.
Johann Michael Fritz, Goldschmiedekunst der Gotik in Mitteleuropa, München 1982.
Martina Junghans, Die Armreliquiare vom 11. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts, Phil. Diss. Bonn 2000, Bonn 2002.
Dietmar Lüdke, Die Statuetten der gotischen Goldschmiede. Studien zu den „autonomen" und vollrunden Bildwerken der Goldschmiedeplastik und den Statuettenreliquiaren in Europa zwischen 1230 und 1530, Teil 1 u. 2 (tuduv-Studien. Reihe Kunstgeschichte, Bd. 4), München 1983.
Erich Meyer, Spätromanische Abendmahlskelche in Norddeutschland, in: Jahrbuch der Preußischen Kunstsammlungen 53, 1932, S. 163-181.
Günter Schade, Deutsche Goldschmiedekunst, Leipzig 1974.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. August (ab 12 Uhr) bis zum 31. Oktober (bis 18 Uhr) über VSPL. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. Teilnehmer, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters automatisch gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.