Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2012/13

Veranstaltungsnr.: 40626 (Grundseminar)

Mittelalterliche Sepulkralkunst – Angleichung und Distinktion

Zeit:
Do. 14-16h mit einem Block vor Originalen
Raum/Ort:
GABF 04/711
Beginn:
11.10.2012
Workload:
60h oder 180h
Kreditpunkte:
2 oder 6 CP

Inhalte:
Das frühe Christentum folgte antiken Verordnungen zur Bestattung außerhalb der Stadtmauern, wählte jedoch bevorzugt Grablegen in der Nähe zu Märtyrergräbern. Reliquienübertragungen in innerstädtische Kirchen mussten zwangsläufig dazu führen, dass Gläubige ihrerseits auf eine Grablege zu den Heiligengebeinen drängten. Zahlreiche Reglementierungen beschränkten die Laienbestattung im Gotteshaus nachdrücklich auf Kirchengründer und verdienstvolle Stifter. Die zunehmende Aufnahme der Toten in die Stadt und ins Kircheninnere sowie die Monopolisierung des Verfügungsrechts über den Leichnam sollten schließlich die entscheidenden Neuerungen des christlichen Begräbnisses darstellen. Dabei traten die geistlichen Institutionen in starke Konkurrenz zueinander, konnten sie sich doch durch die Bestattung hervorragender Persönlichkeiten rechtliche sowie monetäre Vorteile erhoffen. Nach anfänglich schlichten Grabplatten über Erdbestattungen erfolgte eine starke Ausdifferenzierung in der Wahl von Begräbnisorten, Grabmaltypen und liturgischer Memoria. Aufwändige mittelalterliche Grabmonumente sind nicht nur Erinnerungsmale an die irdische Existenz eines Verstorbenen, sondern machen in der Regel Rechtsansprüche und den Status sozialer Gruppen sichtbar. Das Seminar will anhand hervorragender Fallbeispiele diskutieren, mit welchen Mitteln sich Grabmäler ins kollektive Gedächtnis einschrieben. Innerhalb des Rahmens gesellschaftlich festgeschriebener Normen sollen Traditions- und Innovationspotenziale sowie Distinktionsstrategien im Vordergrund der Analyse stehen.

Eine Referatsliste hängt ab dem 2. August an meiner Bürotür aus, in der Sie sich verbindlich für Themen eintragen können.

Kleiner Leistungsnachweis: 20-30minütiges Referat. Die ReferentInnen sollten mindestens eine Woche vor der jeweiligen Sitzung in meiner Sprechstunde (Mo. 12-14 Uhr GA 2/57) ihre Inhalte kurz darlegen. Sollten sämtliche Themen vergeben sein, ist eine 15minütige mündliche Prüfung am Ende des Semesters möglich.

Großer Leistungsnachweis: Siehe kleiner Leistungsnachweis und 10-12seitige Seminararbeit.


Zur Vorbereitung:
Körner, Hans: Grabmonumente des Mittelalters, Darmstadt 1997.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. August (ab 12 Uhr) bis zum 31. Oktober (bis 18 Uhr) über VSPL. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. Teilnehmer, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters automatisch gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.