Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2012/13

Veranstaltungsnr.: 40617 (Übung (Lektürekurs))

Geschichte des Museums - Von der Kunstkammer zum White Cube

Zeit:
Blöcke samstags
Raum/Ort:
erste Sitzung in den Kunstsammlungen, ansonsten GABF 04/352
Beginn:
12.10.2012
Workload:
150h
Kreditpunkte:
5 CP

Inhalte:
Blocktermine:
Einführung/Referatsvergabe: Freitag, 12.10.2012, 11 Uhr c.t.
Samstag, 17.11.2012, 10-16 Uhr
Samstag, 24.11.2012, 10-16 Uhr
Samstag, 08.12.2012, 10-16 Uhr
Samstag, 15.12.2012, 10-16 Uhr


Kunstmuseen zeigen ihren Besuchern eine Zusammenstellung von Kunstwerken, die oft durch eine bestimmte Einordnung der Künstler von Stilen, Epochen und Gruppen gekennzeichnet ist. Diese Ordnungssysteme sind aus einer historischen Entwicklung entstanden und werden auch in der Gegenwart einer ständigen Neubefragung und Reorganisation unterworfen.
Die Geschichte von Sammlungen und Sammlungspräsentationen reicht bis in die Antike zurück. Im 16. und 17. Jahrhundert zeigen die fürstlichen Kunst- und Wunderkammern die Vorstellungen der Ordnung der Welt im Kleinen. Die Geschichte des öffentlichen Kunstmuseums ist dagegen relativ jung. Im späten 18. und im 19. Jahrhundert wurden fürstliche Sammlungen einem breitem Publikum geöffnet bzw. neue staatliche Museen gegründet, z. B. 1759 British Museum in London, 1779 Fridericianum in Kassel, 1793 Louvre in Paris. Es folgten zahlreiche weitere Museumsgründungen auf staatlicher sowie auf privater Initiative. Dabei spiegelten die Zusammenstellung der Kunstwerke und deren Präsentation einen bestimmten Zeitgeist wider.
Im Seminar soll anhand der Lektüre von Primär- und Sekundärliteratur die Entwicklung der Institution Museum von der Frühen Neuzeit mit ihren Kunst- und Wunderkammern bis hin zur Gegenwart mit der Einrichtung von neutralen Ausstellungsräumen, dem sogenannten White Cube, nachgezeichnet werden.

Die Teilnahme an der Einführungssitzung am Freitag, 12.10.2012 um 10 Uhr, c.t. ist verpflichtend!
Die Texte zum Seminar werden zu Beginn des Semesters online zur Verfügung gestellt.

Leistungsscheine:
Der große Leistungsnachweis (5 CP) erfolgt durch eine schriftliche Arbeit (Umfang 10 Seiten), die Übernahme eines Referats (20-30 Min.), Anwesenheit und aktive Mitarbeit.

Einführende Literatur:
Becker, Annesofie: Wunderkammer des Abendlandes. Museum und Sammlung im Spiegel der Zeit, Ausst.-Kat. Kunst- und Ausstellungshalle der BRD, Bonn 1994/95, Bonn 1994.
Beßler, Gabriele: Wunderkammern. Weltmodelle von der Renaissance bis zur Kunst der Gegenwart, Berlin 2009.
Bredekamp, Horst: Antikensehnsucht und Maschinenglauben. Die Geschichte der Kunstkammer und die Zukunft der Kunstgeschichte, Berlin 1993.
Crimp, Douglas: Über die Ruinen des Museums, Dresden/u.a. 1996.
Fliedl, Gottfried (Hg.): Die Erfindung des Museums. Anfänge der bürgerlichen Museumsidee in der Französischen Revolution, Wien 1996.
Foucault, Michel: Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften, Frankfurt/M. 1971.
Grasskamp, Walter: Museumsgründer und Museumsstürmer. Zur Sozialgeschichte des Kunstmuseums, München 1981.
Grote, Andreas (Hg.): Macrocosmos in microcosmo. Die Welt in der Stube. Zur Geschichte des Sammelns 1450 bis 1800, Berliner Schriften zur Museumskunde Bd. 10, Opladen 1994
Heesen, Anke te: Theorien des Museums. Zur Einführung, Hamburg 2012.
Kratz-Kessemeier, Kristina (Hg.): Museumsgeschichte. Kommentierte Quellentexte 1750-1950, Berlin 2010.
Marx, Barbara (Hg.): Sammeln als Institution. Von der fürstlichen Wunderkammer zum Mäzenatentum des Staates, München/u.a. 2006.
ODoherty, Brian: In der weißen Zelle – Inside the white cube, Berlin 1996.
Sheehan, James J.: Geschichte der deutschen Kunstmuseen. Von der fürstlichen Kunstkammer zur modernen Sammlung, Darmstadt 2002.
Thuillier, Jacques (Hg.): Der Zugang zum Kunstwerk: Schatzkammer, Salon, Ausstellung, "Museum", Wien/u.a. 1986.
Wall, Tobias: Das unmögliche Museum. Zum Verhältnis von Kunst und Kunstmuseen der Gegenwart, Bielefeld 2006.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Max. 25 Teilnehmer!

Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. August (ab 12 Uhr) bis zum 11. Oktober (bis 12 Uhr) über VSPL. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. Teilnehmer, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters automatisch gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.