Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2012/13

Veranstaltungsnr.: 40603 (Vorlesung)

Norm- und Normumspielungen. Caravaggio im Bilddiskurs um 1600

Zeit:
Mi. 10-12h
Raum/Ort:
HGA 30
Beginn:
17.10.2012
Workload:
60h
Kreditpunkte:
2 CP

Inhalte:
Wie wohl kein Künstler vor ihm hat Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) die Betrachter seiner Werke polarisiert. Bereits aus seinen Lebzeiten berichten die uns erhaltenen Textquellen direkt und indirekt von höchst kontroversen Reaktionen auf seine Bilder für den öffentlichen Raum, deren Enthüllung oft von "rumore" begleitet war. Gleichzeitig verfügte Caravaggio jedoch über einen illustren Kreis von Sammlern und Förderern in Rom sowie den Orten seiner durch äußere Umstände erzwungenen Reisen, die sich nicht nur um seine Galeriebilder gerissen, sondern auch die abgelehnten Altarbilder gern für ihre Sammlungen übernommen haben. Zu zeigen, wie Caravaggio mit den normierten Bildvorstellungen seiner Zeit arbeitet, sie spielerisch dekonstruiert oder ironisch subvertiert, soll in der Vorlesung im Zentrum stehen. Dabei wird sich die Argumentation wesentlich auf die ikonischen und verbalen Rezeptionen und Reaktionen auf die Werke durch Caravaggios Zeitgenossen stützen.


Literatur:
Lorenzo Pericolo, Caravaggio and the Pictorial Narrative. Dislocating the Istoria in Early Modern Painting, London 2011
Sibylle Ebert-Schifferer, Caravaggio, sehen-staunen-glauben, Der Maler und sein Werk, München 2009.
Valeska von Rosen, Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. Ambiguität, Ironie und Performativität in der Malerei um 1600, Berlin 2. Aufl. 2011.
Nevenka Kroschewski, Über das allmähliche Verfertigen der Bilder. Neue Aspekte zu Caravaggio, München 2002.
Maurizio Marini, Caravaggio „pictor praestantissimus“. L’iter artistico completo di uno dei massimi rivoluzionari dell’arte di tutti i tempi, Rom 4. Aufl. 2005.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. August (ab 12 Uhr) bis zum 31. Oktober (bis 18 Uhr) über VSPL. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. Teilnehmer, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters automatisch gelöscht.