Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2011/12

Veranstaltungsnr.: 40654 (Hauptseminar M.A.)

Spätbyzantinisches und frühosmanisches Konstantinopel

Zeit:
Blöcke samstags 12.11., 10.12., 21.01. und 04.02., <b>Beginn jeweils 10 Uhr</b>
Raum/Ort:
GABF 04/516
Beginn:
12.11.2011

Inhalte:
In spätbyzantinischer Zeit erlebte Konstantinopel unter der Kaiserdynastie der Palaiologen (1261–1453) noch einmal eine große Blüte, vor allem in der Architektur, Malerei, Skulptur und Buchkunst, obwohl das byzantinische Staatsgebiet mehr und mehr an die Osmanen verlorenging und Byzanz am Ende nur noch aus der alten Hauptstadt bestand. Dennoch bedeutete die Eroberung durch Fatih Sultan Mehmet (Mehmet II.) am 29. Mai 1453 keineswegs das Ende von Konstantinopel. Mehmet fühlte sich nicht nur als legitimer Nachfolger der byzantinischen Kaiser, sondern trachtete vor allem danach, die verwahrloste und entvölkerte Stadt anstelle der Osmanenresidenz Edirne als seine neue Hauptstadt prächtig auszubauen. Viele Kirchen wurden in Moscheen umgewandelt, andere blieben den orthodoxen Christen erhalten. Der Sultan ließ Paläste, Moscheen sowie öffentliche Zweckbauten errichten oder erneuern, und die Großen des Reiches hatten darin seinem Beispiel mit eigenen Stiftungen folgen. Ganze Bevölkerungsgruppen mußten ihre Heimat verlassen und wurden mit großzügigen Privilegien in Konstantinopel angesiedelt. Anhand der Schriftquellen (vor allem Kritobulos von Imbros) sowie der erhaltenen Monumente und bildlichen Zeugnisse (Düsseldorfer Buondelmonti) lässt sich die allmähliche Transformation des spätbyzantinischen Konstantinopel in das frühosmanische Al-Qustantiniyye bzw. Istanbul als ein höchst faszinierender kultur- und kunstgeschichtlicher Prozess nachzeichnen.