Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2011/12

Veranstaltungsnr.: 40636 (Grundseminar)

Kunst im modernen Staat: Die Malerei des 18. Jahrhunderts in Frankreich

Zeit:
Di. 12-14h
Raum/Ort:
GA 04/711
Beginn:
18.10.2011

Inhalte:
Das Ende der Regierungszeit Ludwigs XIV. (1715) brachte eine verminderte Bedeutung der Hofkunst und eine veränderte Auftragslage für Künstler. Neue Auftraggeber, das private Leben und der Salon als Ausstellungsort zeitgenössischer Maler bewirkten eine Verschiebung der künstlerischen Ambitionen und ästhetischen Maßstäbe. Einzelne Gemälde lösten die barocken Dekorationszyklen in königlichen appartements ab. Gattungen, die in der akademischen Theorie traditionell einen geringen Stellenwert hatten, wurden zum künstlerischen Experimentierfeld. Ausgehend von ausgewählten Gemälden der bekannten Maler zwischen Régence und Rokoko (u.a. Watteau, Boucher, Fragonard, Chardin) sollen die methodischen Grundlagen der Kunstgeschichte exemplarisch angewendet werden. Die Frage nach Bedeutung und Funktion der Werke wird dabei ebenso berücksichtigt wie gattungsspezifische Probleme und die Frage nach der Darstellung zeitlicher Abläufe bzw. Zustände im Bild. Die Übernahme eines Referats ist Voraussetzung für die Teilnahme.

Literatur: The Age of Watteau, Chardin, Fragonard, Nat. Gallery Washington 2003; Philip Conislee, French Genre painting in the 18th Century, Yale University Press 2007; Henri Bergson, Die Wahrnehmung der Veränderung, Frankfurt a.M. 1985; T. W. Gaethgens (Hg.), Historienmalerei, Berlin 1996; John Wilson, The Painting of the Passions, London 1981; Pierre Vaisse, "''Ce Salon à quoi tout se ramène”, Oxford 2010; Michael Fried, Absorption and Theatricality. Painting and beholder in the Age of Diderot, 1980.