Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2011/12

Veranstaltungsnr.: 40630 (Grundseminar)

Sind wir alle australische Buschmänner? Panofskys Ikonologie in der Praxis

Zeit:
Di. 14-16h
Raum/Ort:
GABF 04/516
Beginn:
11.10.2011

Inhalte:
Erwin Panofskys dreistufiges Interpretationsverfahren von Kunstwerken bemüht sich um die inhaltliche Deutung von Bildern. Es zählt zu den wenigen genuin kunsthistorischen Methoden und prägte das Fach seit Anfang der dreißiger Jahre bis weit in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein. Es stellt jedoch bis heute besonders für Anfänger eine gute Anleitung zur Bearbeitung eines Kunstwerks dar. In dem Seminar soll das ikonographisch-ikonologische Verfahren dezidiert erarbeitet, praktisch angewandt und schlussendlich kritisch beurteilt werden. Die Teilnehmenden werden das Interpretationsverfahren jeweils an einem Werk aus dem Bereich der sakralen und der profanen Ikonographie erarbeiten. Panofskys vorrangiges Forschungsinteresse galt oft den Werken der Frühen Neuzeit. Auf diese lässt sich sein Verfahren der Interpretation auch besonders gut anwenden. Aus diesem Grund werden wir sein Modell auf Werke der Frühen und Neuzeit praktisch anwenden.

Dem Seminar angeschlossen ist eine Tagesexkursion in das Warburg-Haus in Hamburg. In diesem befinden sich mehrere ikonographische Bildarchive (Schiller-Archiv, Bildindex Politische Ikonographie usf.), die für die Bearbeitung der Bildthemen genutzt werden sollen. Aus diesem Grund wird eine Teilnahme an der Exkursion dringend empfohlen.

Literatur
Erwin Panofsky, Hercules am Scheidewege und andere antike Bildstoffe in der neueren Kunst, Leipzig und Berlin 1930.
Erwin Panofsky, Zum Problem der Beschreibung und Inhaltsdeutung von Werken der bildenden Kunst, in: Logos 21, 1932, S. 103-119.
Erwin Panofsky, Studies in Iconology. Humanistic themes in the art of the Renaissance, New York 1939. [Studien zur Ikonologie. Humanistische Themen in der Kunst der Renaissance, Köln 1980].
Erwin Panofsky, Iconography and Iconology: an introduction to the study of Renaissance art, in: Ders. Meaning in the visual arts, Garden City 1955 [Ikonographie und Ikonologie. Eine Einführung in die Kunst der Renaissance, in: Ders. Sinn und Deutung in der bildenden Kunst, Köln 1975, S. 36-67].

Teilnahmevoraussetzungen: ausgeprägtes Interesse am Thema, Anwesenheit und aktive Mitarbeit
Großer Leistungsnachweis: Erarbeitung von zwei Kunstwerken (sakralen sowie profanen Inhalts), mündliche Präsentation und Hausarbeit (10-15 Seiten).
Kleiner Leistungsnachweis: Erarbeitung von zwei Kunstwerken (sakralen sowie profanen Inhalts), mündliche Präsentation.

Je nach Teilnehmerzahl werden die mündlichen Präsentationen durch eine 15-minütige Prüfung ersetzt.