Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2011/12

Veranstaltungsnr.: 40620 (Übung vor Originalen)

Denkmalpflege und Architektur: Landesgeschichte 800 bis 1990 im Spiegel von Baudenkmälern

Zeit:
Vorbesprechung Fr. 14.10.2011, 11-12h GABF 04/514<br> 18.11.11 / 16.12.11 / 13.01.12 je von 15-17h, GABF 04/714<br> 03.02.12 / 10.02.12 Exkursion von 9-17h, max. 25 Teilnehmer
Beginn:
14.10.2011

Inhalte:
Das Seminar beschäftigt sich mit Baudenkmälern als historischen Quellen. Es wird zwei Exkursionstage umfassen, die jeweils von 9-17h dauern.
Mittlerweile sind jedoch rund 28.000 Baudenkmäler in die Denkmallisten der westfälischen Kommunen eingetragen, darunter viele mit vorrangig z.B. technikgeschichtlicher, volkskundlicher oder städtebaulicher Bedeutung. Das Seminar ist der Versuch, die Baudenkmäler aller Gattungen und Zeiten im Hinblick auf ihre Aussagekraft für die Entwicklung der Kulturlandschaft Westfalen-Lippe zu befragen.
Dabei geht es um 17 Kulturlandschaftsräumen, die sich heute als Ergebnis der Auseinandersetzung der Menschen mit den unterschiedlichen naturräumlichen Voraussetzungen voneinander abgrenzen lassen. Die Entwicklung jedes Kulturlandschaftsraumes war von Umbrüchen bestimmt, die an der Überlagerung von Bauphasen und Baudenkmälern aus verschiedene Zeitschichten ablesbar sind. Nicht alle Gegebenheiten von Topographie und Klima, von Bodengüte und -schätzen waren zu allen Zeiten gleichermaßen technisch und ökonomisch nutzbar bzw. überwindbar; die historischen und religiösen Auseinandersetzungen führten zu neuen Grenzverläufen; zumeist von Menschen ausgelöste Katastrophen hemmten Entwicklungen oder lenkten sie in neue Bahnen.
Was davon durch den Erhalt an Baudenkmälern ablesbar geblieben ist soll besprochen werden. Dabei stehen weniger die herausragenden Baudenkmäler im Vordergrund sondern eher ''typische'', d.h. solche, die für sich allein oder mit anderen die Spezifik in der Entwicklung des jeweiligen Kulturlandschaftsraums besonders anschaulich werden lassen. Beleuchtet werden die einzelnen Denkmalgattungen, die jede für sich und bisweilen über die einzelnen Kulturlandschaftsräume hinausgreifend in einzelnen Epochen spezifische Ausprägungen erfuhren, wie etwa – besonders deutlich ablesbar – die Schulen oder die Verkehrsbauten. Ein weiterer Aspekt ist der Niederschlag, den die allgemeinen Baustile in Westfalen-Lippe gefunden haben, verknüpft mit der Frage nach möglichen regionalen Sonderungen im Sinne einer landschaftstypischen Baukultur.



Literatur, die in der Vorbesprechung kostenlos jedem teilnehmenden Studierendem als Buch zur Verfügung gestellt wird:

Thomas Spohn/Ulrich Barth/Angelika Brockmann-Peschel: Die Geschichte Westfalen-Lippes im Spiegel der Baudenkmäler, Bönen 2010.