Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2010/11

Veranstaltungsnr.: 40661 (Hauptseminar M.A.)

Intermedialität in der Videokunst

Zeit:
2st., Di. 12-14h, mit Tagesexkursionen
Raum/Ort:
GA 03/149
Beginn:
19.10.2010

Inhalte:
"`Video: Ästhetik des Narzissmus"'' titelte Rosalind Krauss in den 1970er Jahren und machte damit auf eine Besonderheit dieses elektronischen Mediums aufmerksam, das seit der Einführung der Portapack-Kamera Ende der 1960er Jahre Einzug in die Kunst gehalten hat. Denn anders als im Film können Bilder im Video gleichzeitig aufgezeichnet und abgespielt werden: Der Monitor wird zum Spiegelbild desjenigen, der vor der Kamera agiert. Ausgehend von solchen theoretischen und künstlerischen Reflexionen der Medienspezifik, soll im Seminar die Frage nach Bezügen der Videokunst zu anderen Gattungen und Medien verfolgt werden. Wie reagieren Videokünstler und -Künstlerinnen mit ihren Arbeiten auf Malerei, Skulptur, Architektur, Musik, Tanz und Performance sowie auf Film, Fernsehen, Fotografie und digitale Bilder? Welche Transformationen finden hier im Bereich der Videokunst statt? Wie sieht das Zusammenspiel unterschiedlicher Gattungen und Medien aus der Perspektive der Videokunst aus?
Einschlägige Beispiele wären die Videoarbeit "`The Greeting"'' (1995) von Bill Viola, die bekanntlich ein Gemälde von Jacopo Pontormo nachstellt und im Zeitlupentempo in Bewegung versetzt. Oder die Videoinstallationen von Nam June Paik, in denen Monitore zu raumgreifenden Skulpturen zusammengefügt werden. Räumlich strukturierte Mehrfachprojektionen, wie sie beispielsweise Eija-Liisa Ahtila inszeniert, brechen bewusst mit den Sehgewohnheiten von Kino und Fernsehen. Die Bezüge zur Performance sind ebenfalls vielfältig und lassen sich beispielsweise an Arbeiten von Vito Acconci untersuchen. Ein Beispiel für die Reflexion des Films im Medium Video wäre die Arbeit "`24 Hour Psycho"'' (1993) von Douglas Gordon, die den Film von Alfred Hitchcock auf eine Länge von vierundzwanzig Stunden dehnt.
Einführende Literatur:
Yvonne Spielmann, Video. Das reflexive Medium, Frankfurt M. 2005.
Barbara Engelbach, Zwischen Body Art und Videokunst. Körper und Video in der Aktionskunst um 1970, München 2001.
Video Cult/ures. Multimediale Installationen der 90er Jahre, hg. v. Ursula Frohne, Köln 1999.