Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2009/10

Veranstaltungsnr.: 40660 (Hauptseminar M.A.)

Jan van Eyck und die religiöse Bildlichkeit

Zeit:
2st., Do. 16-18
Raum/Ort:
GABF 05/602
Beginn:
2009-10-15 00:00:00

Inhalte:
Kein Künstler nördlich der Alpen setzt sich an der Schwelle zur Neuzeit intensiver und gehaltvoller mit dem Medium der Malerei auseinander als Jan van Eyck (gest. 1441). Neben bahnbrechenden Portraits liegt das Schwergewicht seines Schaffens auf der Verbildlichung religiöser Überzeugung. Diese Thematik konfrontiert den ambitionierten Maler mit zentralen Inhalten seiner Epoche, denn zeitgleich zur Arbeit des Künstlers und in dessen Heimatregion kommt es auch im Bereich der Erfahrung und des Ausdrucks von Glaubensinhalten zu grundlegenden Veränderungen. Es ist Ziel der Veranstaltung, die von van Eyck entwickelte Bildlichkeit auf ihre sakrale Bedeutung hin zu untersuchen auch, um festzustellen, inwiefern dann neue malerische Aufgaben wie das Portrait, die Landschaft und das Interieur in den Dienst traditioneller religiöser Repräsentation gestellt werden können oder ob nicht vielmehr letztere im Werk des Malers eine grundlegende Neugestaltung erfährt.
Einführende Literatur:
1. Johan Huizinga, Herbst des Mittelalters. Studien über Lebens- und Geistesformen des 14. und 15. Jahrhunderts in Frankreich und in den Niederlanden, Originalausgabe 1919, aus dem Niederländischen von Tilli Wolff-Mönckeberg, Gesamtrevision von Kurt Köster, 11. Auflage, Stuttgart 1975 (grundlegende historische Analyse).
2. Erwin Panofsky, Early Netherlandish Painting. Its Origins and Character, Harvard University Press 1953 (für van Eyck, siehe besonders S. 178-246); Elisabeth Dhanens, Hubert und Jan van Eyck, aus dem Niederländischen von Hugo Beyer und Annette De Wachter, Originalausgabe 1980, Königsstein im Taunus 1980; Carol J. Purtle, The Marian Paintings of Jan van Eyck, Princeton 1982; Otto Pächt, Van Eyck. Die Begründer der altniederländischen Malerei, herausgegeben von Maria Schmidt-Dengler, München 1989; Craig Harbison, Jan van Eyck. The Play of Realism, London 1991 (bedeutende Monographien).
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Großer Leistungsnachweis: regelmäßige Mitarbeit, Referat (30 Minuten) und Hausarbeit (15-20 Seiten).
Kleiner Leistungsnachweis: regelmäßige Mitarbeit und Klausur in der letzten Seminarsitzung.

Referatliste

Das Seminar ist nicht teilnehmerbeschränkt. Jeder, der sich bei VSPL eingetragen hat, bekommt daher einen Platz. Die Referate der Sitzungen am 22. 10., 29. 10. und 5. 11. können ab sofort per Eintrag auf dieser Liste belegt werden; die übrigen werden in der ersten Sitzung am 22.10. verteilt. Anmeldung und Termine sind verbindlich.

15. 10. Einführung und Organisatorisches

22. 10. Die Problematik künstlerischer Anfänge
1. Jan van Eyck (Zuschreibung), Die Geburt des Johannes und Die Totenmesse, erhaltene Miniaturen der Gruppe G des Turin-Mailänder Stundenbuches, Turin, Museo Civico
Referent(in)______________________________
2. Jan van Eyck (Zuschreibung), Die Kreuzigung und Das Jüngste Gericht, Doppeltafel, New York, The Metropolitan Museum of Art
Referent(in)______________________________

29. 10. Die Verkündigung im Kirchenraum
Jan van Eyck, Die Verkündigung Mariä, Washington (DC), The National Gallery of Art
Referent(in)______________________________