Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2009/10

Veranstaltungsnr.: 40655 (Hauptseminar M.A.)

Das capriccio in Kunst und Literatur

Zeit:
2st., Do. 10-12
Raum/Ort:
GABF 04/516
Beginn:
2009-10-22 00:00:00

Inhalte:
Das capriccio ist eine Kategorie, die untrennbar mit Kunst und Kultur der
Frühen Neuzeit verbunden ist. Der Begriff taucht zu Beginn des 16. Jahrhunderts in
zahlreichen Texten der Literatur und der Kunsttheorie auf. Capriccio meint
dabei das Unregelmäßige, das radikal Subjektive, das Antiklassizistische, den
verblüffenden Witz, kurzum: die Laune des kreativen Künstlers. Die
produktionsästhetischen Besetzungen des Begriffs scheinen dabei durchaus
unterschiedlich zu sein und von einer platonischen furor-Lehre (Vasari) bis
hin zu einer augenscheinlich unter-rhetorisierten Form konkreter Bildgebung
und obszöner Präsenz zu reichen (Aretino, Callot). Das interdisziplinär angelegte Seminar will in diesem Feld zweierlei versuchen: erstens soll eine Verständigung der Kunst- und der
Literaturwissenschaft über eine für beide Bereiche gültige Kontur der
Kategorie als Stilphänomen erzielt werden, und zweitens soll überlegt werden,
inwieweit sich eine Kunstphilosophie des capriccio erarbeiten lässt, also ob
der Begriff des capriccio ein bestimmtes Verständnis vom Künstler/Autor und
von der Kunst selbst transportiert.
Einführende Literatur:
Hartmann, Lucrezia: Capriccio - Bild und Begriff, Nürnberg 1973.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Scheinerwerb durch regelmäßige aktive Teilnahme, Übernahme einer Präsentation und schriftliche Hausarbeit.