Vorlesungsverzeichnis Wintersemester 2009/10

Veranstaltungsnr.: 40626 (Übung vor Originalen)

Malerei des Impressionismus

Zeit:
Vorbesprechung Sa. 10-12 in GABF 04/516
Raum/Ort:
Blockseminar, Essen, Dortmund, Wuppertal
Beginn:
2009-10-17 00:00:00

Inhalte:
Es gibt kaum eine künstlerische Bewegung, die so sehr der massenwirksamen medialen Vereinnahmung anheim gefallen ist wie der Impressionismus. Allenfalls die sinnierenden Putti aus Raffaels Sixtinischer Madonna erfreuen sich einer ähnlichen Beliebtheit. Dabei verbirgt sich hinter dem Schleier des Ubiquitären und augenschmeichlerisch Harmlosen eine heterogene Künstlerschar, deren Arbeiten erstaunliche Differenzen aufweisen und für deren Verstehen ein hohes Maß von ästhetischer Bildung notwendig ist. Hier möchte die als Übung vor Originalen ausgelegte Veranstaltung ansetzen. Ausgehend von exemplarischen Bildanalysen vor den Gemälden wird das Phänomen des Impressionismus erschlossen, um dann wichtige Aspekte vertiefend zu erläutern. Dem engen Verhältnis von Naturwissenschaften und Malereitechnik soll ebenso nachgegangen werden, wie die verschiedenen Zeitstufen der Musealisierung und die zunehmende Mediatisierung des Impressionismus als Gebrauchsware. Im Mittelpunkt unserer Übung steht das Werk Claude Monets, dessen "Impression - soleil levant" der Bewegung ihren Namen verliehen hat und dessen Schaffen ab Oktober 2010 in einer umfassenden Retrospektive im Wuppertaler Von der Heydt-Museum gewürdigt wird. Fragen des Kunsttranfers werden in einer vergleichenden Betrachtung mit den Vertretern des "Deutschen Impressionismus" verhandelt.

Was die Künstler und Künstlerinnen eint, ist ihr anti-akademischer Habitus. Die einzelnen Maler der bis heute noch immer nicht genau definierten Gruppe der Impressionisten zeichnen sich durch ein neues Rollenverständnis als Ausstellungskünstler aus. Damit geht eine Verschiebung des Verhältnisses von Künstler und Rezipienten einher. In dem Zeitalter einer hoch differenzierten Kunstkritik, hier sind vor allem Castagnary, Duranty und Duret zu nennen, sind die Ursprünge des Betriebssystems Kunst zu suchen. Um dies herauszuarbeiten, muss die so genannte Salon-Malerei und das damalige institutionalisierte Ausstellungswesen als Folie mitberücksichtigt werden. Somit treten alsbald die Themen der Impressionisten als Unterscheidungsmerkmal hervor: sie sind die Maler des modernen Lebens, die im Zeitalter des Kapitalismus die Großstadt als Bildgegenstand nobilitieren. In der Maltechnik innovativ und bei der Themenwahl auf der Höhe der Zeit, wandeln die Arbeiten dennoch häufig auf einem schmalen Grad zwischen Affirmation und Kritik und unterscheiden sich vielleicht genau darin von den Arbeiten eines Édouard Manet oder Edgar Degas.
Einführende Literatur:
Die umfangreiche Literatur zum Thema Impressionismus befindet sich in der kunstgeschichtlichen Bibliothek unter der Signatur RCM 1-50.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Das Seminar ist auf 25 Teilnehmer beschränkt. Neben der schriftlichen Ausarbeitung des Referats wird eine aktive Teilnahme in allen Seminarsitzungen erwartet. Referats- und Themenvergabe erfolgen in der einleitenden Sitzung am 17.10.2009 um 10h. Ein Seminarapparat wird eingerichtet.



Termine:

1. Samstag, 17.10.2009 10-12h, Vorbesprechung, Raumangabe folgt

2. Samstag, 31.10.2009 Exkursion nach Essen zur Ausstellung"Villa Hügel zeigt Folkwang"

3. Samstag, 05.12.2009 Exkursion nach Dortmund zur Ausstellung"Berliner Impressionismus" im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte

4. Januar 2010 Exkursion nach Wuppertal zur"Monet-Ausstellung" im Von der Heydt-Museum, genauer Termin folgt