Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2018

Veranstaltungsnr.: 040655 (Hauptseminar M.A.)

Framing [Post] Industrie

Dozent/in:
Dr. Friederike Wappler

Zeit:
Mi. 14-16
Raum/Ort:
GA 04/149
Beginn:
18.04.2018
Workload:
60 h, 90 h, 120 h, 210 h, 240 h oder 270 h
Kreditpunkte:
2, 3, 4, 7, 8 oder 9 CP

Inhalte:
Die Industrialisierung hat die Sujets der bildenden Künstler_innen im 19. Jahrhundert verändert: Stadtlandschaften der Impressionisten werden durch Schlote durchkreuzt. In den 1920er- und 1930er-Jahren stellen sich Maler_innen und Fotografen_innen der industriell geprägten Wirklichkeit. Albert Renger-Patzsch fotografierte Industriearchitekturen und industriell gefertigte Produkte, August Sander die arbeitenden Menschen in ihrer Umgebung. Heinrich Hauser thematisierte mit seinem Buch "Schwarzes Revier" die Probleme dokumentarischer Fotografie. Ihm war, wie auch Siegfried Kracauer, Walter Benjamin und Bertolt Brecht, bewusst, dass eine einfache ‚Wiedergabe der Realität', Aufnahmen der Kruppwerke oder der A.E.G., nichts über eine ‚ins Funktionale gerutschte' Wirklichkeit (Brecht) aussagen können.
Mit der Industriedenkmalpflege, die in den 1970er-Jahren entsteht, werden erstmals Zeugnisse der Technikgeschichte erfasst. Zeitgleich dokumentieren Bernd und Hilla Becher systematisch im Verschwinden begriffene Industriebauten. Ihre Rezeption in der Konzeptkunst sowie die Frage nach den Möglichkeiten von "Dokumentation" bzw. deren kritische Reflexion hat die Entwicklung historisch anschließender Bildsprachen motiviert. Dazu zählen nicht nur die Werke von Fotografen_innen, die sich weierhin der von der Schwerindustrie geprägten Wirklichkeit stellen, sondern auch die Künstler_innen, die nach der Darstellbarkeit bzw. Nicht-Darstellbarkeit postindustrieller Realitäten fragen.
Das Seminar untersucht damit verbundene Fragestellungen - auch in Auseinandersetzung mit dem Ausstellungsprojekt der RuhrKunstMuseen 2018 "Kunst & Kohle".
Einführende Literatur:
Walter Benjamin: Kleine Geschichte der Photographie, in: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, Frankfurt/M. (1.1966) 2013
Kataloge der RuhrKunstMuseen zum Thema "Kunst & Kohle" (erscheinen im Juni 2018)
Bernd und Hilla Becher: Industriephotographie. Im Spiegel der Tradition, hg. von Monika Steinhauser und Kai-Uwe Hemken, Düsseldorf 1994
RuhrBlicke, hg. von Thomas Weski und Heike Kramer, Köln 2010
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 12. Februar (ab 12 Uhr) bis zum 30. April (bis 18 Uhr) über CAMPUS. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich.

Die versierte, eigenständige Nutzung wissenschaftlicher Diskursformen in Wort und Schrift (Produktion und Rezeption) wird stets optimiert und in der Gruppe reflektiert. Die kommunikativen Fähigkeiten werden zudem durch eine vor Originalen geschulte Wahrnehmung auf fortgeschrittenem Niveau ausgebaut. Wissens- und Kompetenzerwerb und die damit einhergehende Kreditierung setzt daher die kontinuierliche aktive Teilnahme am dialogischen Austausch im Plenum voraus.

Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit "nicht ausreichend" bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag "nicht bestanden". Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.