Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2018

Veranstaltungsnr.: 040651 (Praxisseminar/Übung M.A.)

Zwischen Aktion und Reflexion: Günter Fruhtrunk im Ausstellungslabor des Kunstgeschichtlichen Instituts

Dozent/in:
Jun.-Prof. Dr. Stephanie Marchal
Dr. Kathrin Rottmann

Zeit:
Mi. 14-16 und zweitägiger Workshop (11./12.10.2018)
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
18.04.2018
Workload:
180 h
Kreditpunkte:
6 CP

Inhalte:
Die Arbeiten Günter Fruhtrunks, der 1968 an der documenta IV und der Biennale von Venedig teilnahm, architekturgebundene Arbeiten - darunter das Farbleitsystem der Ruhr-Universität - (mit)entwickelte, den Entwurf für die Aldi-Tüte lieferte und im Auftrag der Bundesregierung den Quiet Room des Sicherheitsrates im UNO-Hauptquartier in New York gestaltete, scheinen fester Bestandteil der Kunstwelt der BRD der 1960er und 70er Jahre gewesen zu sein. In der Nachkriegszeit versprachen sie aufgrund ihrer Ungegenständlichkeit und den in der Kunstgeschichte und Kunstkritik rein um die Ästhetik der Arbeiten geführten Debatten über die Bedingungen des Sehens die Überwindung der nationalsozialistischen Vergangenheit. Die Bilder forderten die Betrachter physisch heraus, indem sie mit ihren charakteristischen Streifen in schwarz und grellen Signalfarben das Sehen strapazierten. Seit den 1980er Jahren jedoch, als die "Neuen Wilden" mit ihrer "heftigen Malerei" mit expressivem malerischen Duktus gegen die geometrische Abstraktion, Konzeptkunst und Minimal Art anmalten, scheinen die strengen Kompositionen, die jeglichen malerischen Gestus vermeiden, eine Zeit lang an Interesse verloren zu haben. Erst in jüngster Zeit fanden wieder monographische Ausstellungen statt, während das Oeuvre Fruhtrunks mittlerweile mit zwei Werkverzeichnissen erschlossen ist.

Im Rahmen des mit Mitteln des Universitätsprogramms Forschendes Lernen geförderten Seminars entwickeln die Studierenden im Sommersemester ein Ausstellungskonzept, um die in den Kunstsammlungen der RUB vorhandenen Arbeiten Fruhtrunks (kunst)historisch, politisch und wirtschaftlich zu kontextualisieren. Dabei soll auch reflektiert werden, wie Wissensproduktion im Museum gestaltet und wie Forschung im Format Ausstellung generiert und visualisiert werden kann.
Der zweitägige Workshop vom 11. bis 12. Oktober 2018 (Do-Fr) bietet die Chance, die Ergebnisse öffentlich zu präsentieren und an einem Round Table mit ReferentInnen aus der Forschung und der kuratorischen Praxis kritisch zu diskutieren. Die konkrete Planung der Ausstellung soll im folgenden Wintersemester in Zusammenarbeit mit einer Restauratorin umgesetzt und die Ausstellung im Januar 2019 im Kubus der Situation Kunst eröffnet werden. Geplant ist außerdem eine Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in einer Ausgabe von GA2. Kunstgeschichtliches Journal für Forschung und Kritik.

Der Erfolg des Projekts hängt maßgeblich von der Bereitschaft und Fähigkeit der Studierenden ab, eigenverantwortlich Aufgaben innerhalb vereinbarter Zeitpläne zu erfüllen und dabei theoretische Inhalte im Rahmen der auf wissenschaftlicher Forschung basierenden Ausstellung praktisch umzusetzen.
Einführende Literatur:
Günter Fruhtrunk, Neue Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin 1993

Illies, Florian: Mehr Fruhtrunk wagen: härter als Habermas: in den Siebzigerjahren wurde Günter Fruhtrunk zum Staatskünstler der sozialliberalen BRD, in: Blau: ein Kunstmagazin, Nr. 16, 2016, S. 46-55

Imdahl, Max: Zu einigen Werken aus der Sammlung Albert Schulze Vellinghausen, in: Wallraf-Richartz-Jahrbuch, Bd. 37, 1975, S. 290-298
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Max. 12 Teilnehmer*innen

Das Seminar deckt ein Praxismodul ab und wird mit 6 CP kreditiert!!!

Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 12. Februar (ab 12 Uhr) bis zum 30. April (bis 18 Uhr) über CAMPUS. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich.

Die versierte, eigenständige Nutzung wissenschaftlicher Diskursformen in Wort und Schrift (Produktion und Rezeption) wird stets optimiert und in der Gruppe reflektiert. Die kommunikativen Fähigkeiten werden zudem durch eine vor Originalen geschulte Wahrnehmung auf fortgeschrittenem Niveau ausgebaut. Wissens- und Kompetenzerwerb und die damit einhergehende Kreditierung setzt daher die kontinuierliche aktive Teilnahme am dialogischen Austausch im Plenum voraus.

Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit "nicht ausreichend" bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag "nicht bestanden". Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.