Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2017

Veranstaltungsnr.: 040642 (Hauptseminar B.A. / M.A.)

Kunst und Architektur im Mailand der Sforza

Dozent/in:
Dr. phil. Brigitte Sölch

Zeit:
Mi, 16:00 - 18:00
Raum/Ort:
GABF 04/711
Beginn:
19.04.2017

Inhalte:
Nach dem Tod Filippo Maria Viscontis setzte sich der Condottiere Francesco Sforza gegen zahlreiche Konkurrenten durch und zog 1450 als Stadtherr in Mailand ein. Er regierte bis 1466 und begründete eine Sforza-Dynastie, die mit dem Einfall der Franzosen 1499 und der endgültigen Absetzung Ludovico Sforzas (gen. il Moro) ihr jähes Ende fand. Der prachtvolle Renaissancehof, den die Sforza innerhalb weniger Jahrzehnte aufbauten und unterhielten, zog zahlreiche Künstler, Architekten und Wissenschaftler nach Mailand. Antonio Filarete verfaßte in den 1460er Jahren seinen bedeutenden Architekturtraktat, widmete Francesco Sforza seine literarisch begründete Idealstadt Sforzinda und entwarf mit dem Ospedale Maggiore eine beeindruckende Krankenhausanlage. Leonardo da Vinci kam aus Florenz und war 17 Jahre in Mailand tätig, als Kriegs- und Zivilingenieur, als Künstler und als Regisseur aufwändig inszenierter Feste. Hier schuf er sein berühmtes Abendmahl, die Dame mit dem Hermelin und die Felsgrottenmadonna und entwarf das nicht zur Ausführung gelangte Reiterdenkmal für Francesco Sforza. Bramante zeichnete für bedeutende Mailänder Renaissancebauten wie das Kloster S. Ambrogio oder die Apsis von Santa Maria delle Grazie verantwortlich, bevor er ebenso wie Leonardo 1499 die Stadt verließ und wenige Jahre später die ersten Pläne für den Neubau von St. Peter in Rom vorlegte. Der topographisch und eine Dynastie begrenzte Rahmen unseres Seminars bietet die Möglichkeit, zentrale Werke der italienischen Renaissance formal zu analysieren und in ihrem spezifischen Kontext zu erörtern. Es wird sich darüber hinaus die Frage nach dem Dialog stellen, in den Künstler und Auftraggeber traten.

Für das Seminar sind jeweils passive - Englischkenntnisse Voraussetzung und Italienischkenntnisse von Vorteil.