Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2016

Veranstaltungsnr.: 40652 (Hauptseminar M.A.)

Museumsgeschichte(n). Das Museum als transnationaler Akteur der Moderne

Zeit:
Mi. 14-16, Sitzungen 20.4., 27.4., 4.5., 11.5. und Workshop 24.-25.6.
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
20.04.2016
Workload:
60h, 90h oder 210h
Kreditpunkte:
2, 3 oder 7 CP

Inhalte:
Ziel des Seminars ist es, Geschichte(n), Aufgaben und Visionen der Institution Museum von 1900 bis heute zu untersuchen. Der Fokus liegt dabei auf der historischen wie gegenwärtigen Museums-Praxis, die sich durch Austausch, Kooperation und Zirkulation (von Ideen, Dingen und Menschen) konstituiert und als visuelle Transfergeschichte beschreiben lässt. Diese dem Seminar leitmotivisch eingeschriebene Perspektive fördert ein Potential zutage, auf das bis heute wenig und um 1900 – der Hochzeit nationalsprachlicher Rhetorik und zahlreicher Museumsgründungen – kaum hingewiesen wurde.
Am Beispiel der ersten ‚großen‘, bislang wenig erforschten Museumsdirektoren sollen das transnationale Engagement, das Networking sowie die kooperativen Praktiken und Möglichkeiten des Museums untersucht, seinerzeit etablierte und bis heute gültige (Sammlungs)Profile herausgestellt und von hier aus auch die aktuelle, museale Situation befragt werden. Prämisse dieses Blickwinkels ist, dass die Zeit um 1900 den Moment der Museumsgeschichte markiert, an dem sich die musealen Strukturen und Zuständigkeitsbereiche im heutigen Sinne professionalisieren, ausdifferenzieren und zugleich entdifferenzieren und dass so folglich die historischen Einsichten die Reflexion auf die gegenwärtige Situation grundieren und vertiefen. Vor die Herausforderung neuer Medien und Reproduktionstechniken, forcierter Ökonomisierung, Popularisierung und Globalisierung gestellt, entwarf und entwirft sich das Museum an der Wende zum 20. wie 21. Jahrhundert auf durchaus vergleichbare Weise neu; es projektiert(e) und implementiert(e) mit der ihm eigenen materiellen Kultur der Wissensproduktion spezifische Formen ‚konkreten Denkens‘, die gerade in den sich selbst als unübersichtlich begreifenden Jahrhundertwendezeiten neue Möglichkeiten der Orientierung, der Wissensordnungen und Wissenszugänge zu geben versprechen – ein Vermögen, das die Konjunktur, die das Museum zu Beginn des 20. wie 21. Jahrhunderts erfahren hat bzw. erfährt, zu erklären hilft. Neben einer Reflexion auf die Sozialgeschichte der Kunst und ihrer Institutionen vermittelt das Seminar auch Einblick in ein mögliches, zukünftiges Arbeitsgebiet der Studierenden der Kunstgeschichte.
Das Seminar besteht aus drei Blöcken: in den ersten vier Sitzungen (20.4., 27.4., 4.5., 11.5.) wird durch gemeinsame Lektüre und Diskussion in das Thema und seine methodische Bearbeitung eingeführt. Die zweite Phase besteht aus studentischer, eigenständiger Projektarbeit, im Zuge derer repräsentative Fallbeispiele (bevorzugt Museen und Museumsakteure aus der Region) z.T. auch vor Ort aufgearbeitet, befragt und erforscht werden. Die dritte Phase besteht aus einem zweitägigen Workshop (24.-25.6.), auf dem die Arbeitsergebnisse in Referaten und auf einer Poster-Session vor- und zur Diskussion gestellt werden.
Einführende Literatur:
Museen im Umbruch / [Red. dieses H.: Annelie Lütgens ...]. -
Marburg: Jonas-Verl., 2005. - 96 S. : Ill. (Kritische Berichte ; Jg. 33, H. 4/2005)
The museum is open : towards a transnational history of museums 1750 – 1940, Berlin [u.a.]: De Gruyter, 2014.
Die Musealisierung der Nation: ein kulturpolitisches Gestaltungsmodell des 19. Jahrhunderts / hrsg. von Constanze Breuer, Bärbel Holtz, Paul Kahl (Hrsg.). -
Berlin ; Boston: De Gruyter Oldenbourg, [2015]
Witschurke, Hans W.: Museum der Museen : die Berliner Museumsinsel als Entwicklungsgeschichte des deutschen Kunstmuseums, Aachen: Geymüller, 2015.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 22. Februar (ab 12 Uhr) bis zum 30. April (bis 18 Uhr) über CAMPUS.

Die versierte, eigenständige Nutzung wissenschaftlicher Diskursformen in Wort und Schrift (Produktion und Rezeption) wird stets optimiert und in der Gruppe reflektiert. Die kommunikativen Fähigkeiten werden zudem durch eine vor Originalen geschulte Wahrnehmung auf fortgeschrittenem Niveau ausgebaut. Wissens- und Kompetenzerwerb und die damit einhergehende Kreditierung setzt daher die kontinuierliche aktive Teilnahme am dialogischen Austausch im Plenum voraus.

Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.