Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2016

Veranstaltungsnr.: 40645 (Hauptseminar B.A. / M.A.)

Caspar David Friedrich und die Dresdner Romantik

Zeit:
Mo. 14-16
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
18.04.2016
Workload:
60h, 90h, 210h oder 270h
Kreditpunkte:
2, 3, 7 oder 9 CP

Inhalte:
Im Umfeld der französischen Revolution, in der Ablösung des Barock durch einen strengen, rationalistischen, den Ideen der Aufklärung verbundenen Klassizismus, im Vorfeld der Romantik, bildet sich ein kulturelles Geflecht heraus, in dem die grundlegenden Kategorien der Moderne formuliert werden. Das Denken in stati-schen Hierarchien und unhinterfragbarer Abfolge feudaler Genealogien geht un-wiederbringlich zu Ende. An deren Stelle tritt ein neues historisches Bewusstsein, das Naturabläufe wie kulturelle Konstellationen gleichermaßen umfasst. Natur und Gesellschaft werden nicht mehr als unveränderliche Größen verstanden, sie wer-den in fortlaufender Veränderung begriffen, sie haben ihre Geschichte. Diese His-torisierung der Welt hat eine nicht zu unterschätzende Auswirkung auf die Künste.
Im Verlauf dieses Seminars, soll, von der Grundlegung des Frühklassizismus aus-gehend, die Wende hin zur Romantik beschrieben werden. In Dresden, werden die angerissenen Themen um 1800 im Kreise von Literaten und bildenden Künstlern sehr früh und mit besonderer Intensität debattiert. Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge, Carl Gustav Carus, Johann Christian Dahl und Friedrich August von Klinkowström sind die Protagonisten der Dresdner Kunstszene jener Jahre. Ihre Werke sollen vorgestellt und vor dem Hintergrund der romantischen Kunstlehre dis-kutiert werden.
Einführende Literatur:
Apel, Friedmar (Hg.): Romantische Kunstlehre: Poesie und Poetik des Blicks in der deutschen Roman-tik. Frankfurt/Main 1992
Bertsch, Markus (Hg.): Kosmos Runge. Hamburg 2010
Busch, Werner: Die notwendige Arabeske. Wirklichkeitsaneignung und Stilisierung in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts. Berlin 1985
Busch, Werner: Das sentimentalische Bild: die Krise der Kunst im 18. Jahrhundert und die Geburt der Moderne. München 1993
Busch, Werner: Caspar David Friedrich: Ästhetik und Religion. München 2003
Forssmann, Erik: Goethezeit: über die Entstehung des bürgerlichen Kunstverständnisses. München 1999
Frenssen, Birte (Hg.): Die Geburt der Romantik. Friedrich. Runge. Klinkowström [erscheint anlässlich der Ausstellung Die Geburt der Romantik. Friedrich. Runge. Klinkowström, Pommersches Lan-desmuseum Greifswald, 28. August bis 21. November 2010] München 2010
Grave, Johannes: Caspar David Friedrich. München 2012
Landsberger,Franz: Die Kunst der Goethezeit : Kunst und Kunstanschauung von 1750 bis 1830. (Erst-ausgabe: 1931) - Neuausg. Berlin 1999.
Müller-Tamm, Jutta: Kunst als Gipfel der Wissenschaft. Ästhetische und wissenschaftliche Weltaneig-nung bei Carl Gustav Carus. Berlin 1995


Kat. Ausst: Johan Christian Dahl, der Freund Caspar David Friedrichs [Ausstellung in der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloß Gottorf, Schleswig, 28. April bis 30. Juni 2002 und im Haus der Kunst Mu?nchen vom 12. Juli bis 19. Oktober 2002]
Kat. Ausst: Carl Gustav Carus. [eine Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Staatlichen Museen zu Berlin, 26. Juni bis 20. September 2009 ; 9. Oktober 2009 bis 10. Januar 2010]. 2 Bde. Berlin 2009
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 22. Februar (ab 12 Uhr) bis zum 30. April (bis 18 Uhr) über CAMPUS.

Die versierte, eigenständige Nutzung wissenschaftlicher Diskursformen in Wort und Schrift (Produktion und Rezeption) wird stets optimiert und in der Gruppe reflektiert. Die kommunikativen Fähigkeiten werden zudem durch eine vor Originalen geschulte Wahrnehmung auf fortgeschrittenem Niveau ausgebaut. Wissens- und Kompetenzerwerb und die damit einhergehende Kreditierung setzt daher die kontinuierliche aktive Teilnahme am dialogischen Austausch im Plenum voraus.

Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.