Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2016

Veranstaltungsnr.: 40643 (Hauptseminar B.A. / M.A.)

Innenräume des 18. Jahrhunderts: Synthese von Architektur und Bild

Zeit:
Do. 12-14
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
14.04.2016
Workload:
60h oder 270h
Kreditpunkte:
2 oder 9 CP

Inhalte:
Sowohl bei Sakral- wie auch bei Profanbauten vollzog sich spätestens um die Mitte des 18. Jahrhunderts ein deutlicher Wechsel in der architektonischen Ausstattung: Räume werden als Ganzes verstanden und durch neue Medien wie Stuck, bildhafte Ornamente und eine abgestimmte bildliche Dekoration als solche angelegt. Die „klassischen“ Medien der Architektur und des Bildes stellen sich auf diese neue, farbenfreudige Einheit ein, Gattungsgrenzen werden häufig überschritten. In Sakralräumen entsteht ein neuartiger Kontrast zwischen der gebauten Architektur und großen Deckengemälden sowie Altären, mit Hilfe von Ornamentik werden die Sphären von unten und oben gegeneinander vertauscht. Häufig gibt die Architektur ihre bis dahin übliche Gliederung durch die Säulenordnungen auf und führt stattdessen „niedere“ Elemente ein: Einfache oder anti-tektonische, sogar naturhafte Elemente dringen in die Architekturausstattung ein. Dem entsprechen exotistische Tendenzen, die – insbesondere in Schlossananlagen - völlig neue Typen von Innenräumen (chinoise, japanoise, „indianische“ Kabinette) entstehen lassen. Das Seminar versteht sich als Einführung in die Analyse solch integraler Werke, wobei auch gemalte Interieurs des sogenannten Rokoko bearbeitet werden. Wie sich das spezifische Raumkonzept mit seinen ornamentalen Formen in das gemalte Bild einschreibt, wird ebenso an ausgewählten Werken besprochen wie die bildliche Ausstattung gebauter Räume thematisiert wird. Das Seminar ist verknüpft mit der Vorlesung „Abkehr von den Ordnungen. Architektur im 18. und frühen 19. Jahrhundert“.
Einführende Literatur:
Bauer, Hermann: Rocaille. Zur Herkunft und zum Wesen eines Ornament-Motivs (= Neue Münchner Beiträge zur Kunstgeschichte, 4) Berlin 1962
Oster, Angela: „Rocailles et Coquillages“. Einleitende Bemerkungen zum literarischen Rokoko, in: Das andere 18. Jahrhundert. Komparatistische Blicke auf das Rokoko der Romania, hrsg. von ders, Heidelberg 2010, S. 9 – 32
Rupprecht, Bernhard: Die bayerische Rokoko-Kirche (= Münchener Historische Studien, Abteilung bayerische Geschichte, 5), Kallmünz 1959
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 22. Februar (ab 12 Uhr) bis zum 30. April (bis 18 Uhr) über CAMPUS.

Die versierte, eigenständige Nutzung wissenschaftlicher Diskursformen in Wort und Schrift (Produktion und Rezeption) wird stets optimiert und in der Gruppe reflektiert. Die kommunikativen Fähigkeiten werden zudem durch eine vor Originalen geschulte Wahrnehmung auf fortgeschrittenem Niveau ausgebaut. Wissens- und Kompetenzerwerb und die damit einhergehende Kreditierung setzt daher die kontinuierliche aktive Teilnahme am dialogischen Austausch im Plenum voraus.

Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.