Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2016

Veranstaltungsnr.: 40628 (Grundseminar)

Der Palast des Herrschers. Europäischer Schloßbau 1450-1800

Zeit:
Mi. 10-12
Raum/Ort:
GA 6/62
Beginn:
20.04.2016
Workload:
60h oder 180h
Kreditpunkte:
2 oder 6 CP

Inhalte:
Die Gebäude für das Wohnen und Regieren des Herrschers erfahren in der Frühen Neuzeit erhebliche Veränderungen, die Teil eines umfassenden Strukturwandels sind. Nicht nur aus Gründen neuartiger militärischer Technologien verschwinden die aus dem Mittelalter bekannten fortifikatorischen Formen, sondern auch, weil die potentielle Verteidigung des Herrschersitzes auf eine Residenzstadt übertragen wird, in welcher der Regent nun fest residiert. Aus dieser Fixierung von Herrschaft und der damit verbundenen höfischen Repräsentation heraus ergeben sich neuartige Typologien von Gebäuden, die im Fokus des Seminars stehen: Residenzschloss, Lust- und Jagdschloss, Sommersitz. Die hierfür aufgewandte, zunehmende Pracht gilt als legitimiertes Mittel fürstlicher Selbstdarstellung, sie ist Teil seiner sichtbaren „Magnificenz“. Neue bauliche Typen entwickeln sich sowohl aus bestimmten Funktionen – etwa das fürstliche Appartement mit seinen rigiden zeremoniellen Vorschriften –, andererseits aus einem symbolischen Konkurrenzkampf zwischen den europäischen Herrschern, der insbesondere seit dem Absolutismus Ludwig XIV. entsteht. Das Seminar nimmt daher seinen Ausgangspunkt in den europäischen Herrschaftsbauten und verfolgt, wie sie aufeinander Bezug nahmen.
Einführende Literatur:
Krause, Katharina: Die Maison de plaisance. Landhäuser in der Ile-de-France (1660-1730), München 1996
Schütte, Ulrich: Das Schloss als Wehranlage : Befestigte Schloßbauten der frühen Neuzeit im alten Reich, Darmstadt 1994
Prinz, Wolfram; Kecks, Ronald G.: Das französische Schloss der Renaissance. Form und Bedeutung der Architektur, ihre geschichtlichen und gesellschaftlichen Grundlagen, Berlin 1985
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 22. Februar (ab 12 Uhr) bis zum 30. April (bis 18 Uhr) über CAMPUS.

Die versierte, eigenständige Nutzung wissenschaftlicher Diskursformen in Wort und Schrift (Produktion und Rezeption) wird stets optimiert und in der Gruppe reflektiert. Die kommunikativen Fähigkeiten werden zudem durch eine vor Originalen geschulte Wahrnehmung auf fortgeschrittenem Niveau ausgebaut. Wissens- und Kompetenzerwerb und die damit einhergehende Kreditierung setzt daher die kontinuierliche aktive Teilnahme am dialogischen Austausch im Plenum voraus.

Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.