Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2015

Veranstaltungsnr.: 40665 (Hauptseminar M.A.)

Wiederholung und Differenz. Über Wieder-Aneigungen und Transformationen in der zeitgenössischen Kunst

Zeit:
Mi. 14-16
Raum/Ort:
GA 04/149
Beginn:
29.04.2015
Workload:
60h, 90h oder 210h
Kreditpunkte:
2, 3 oder 7 CP

Inhalte:
In den 1960er-Jahren griffen Künstler massenmediale Bildfolien auf, um sie als Ausgangsmaterial für ihre Werke zu nutzen. Andy Warhol übertrug sie in seine Siebdrucke, Robert Rauschenberg integrierte sie in seine Combine Paintings und Gerhard Richter nutzte in Zeitungen publizierte Fotografien für seine Malerei.
Formen der Wiederaneignung von Bildern und Formelementen aus der Massenkultur und dem Archiv der Kunstgeschichte geschehen seit den 1970er- und 1980er-Jahren unter einem anderen Vorzeichen: Neben der eklektischen Aneignung historischer (Stil-)Elemente in einer rückwärtsgewandten postmodernen Architektur und Kunst erproben Künstler und Künstlerinnen seither Möglichkeiten einer kritischen Wiederaufnahme. Cindy Sherman, Sherrie Levine, Elaine Sturtevant, Louise Lawler oder Richard Prince eigneten sich bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren etablierte Bildfolien aus Kunst und Massenkultur an, um damit „Mythen der Moderne“ wie „Autorschaft“, „Originalität“ und die strikte Trennung von hoher und populärer Kunst zu dekonstruieren sowie sie begründende institutionelle sowie diskursive Rahmenbedingungen des Kunstbetriebs offenzulegen. Mit der Ausstellung „Picture“ im Artist Space in New York hat Douglas Crimp 1977 Formen der strategischen Aneignung, des Zitierens, Transformierens und Wieder-Aufführens thematisiert und in diesem Zusammenhang den Begriff der „Appropriation Art“ etabliert.
Zeitgenössische KünstlerInnen wie Candice Breitz, Konsortium (mit Sebastian Freytag, Lars Breuer und Guido Münch), Mischa Kuball oder Rod Dickinson knüpfen an diesem kritischen Diskurs an. Sie experimentieren mit fotografierten Fotografien, Kopien oder Re-Enactments. Das Seminar geht diesem Diskurs nach und reflektiert differente Strategien der Wieder-Aneignung massenmedialer und künstlerischer Bildfolien seit den 1960er-Jahren bis heute.
Einführende Literatur:
Appropriation, ed. by David Evans, Whitechapel Gallery, London, The MIT-Press, Cambridge/Mass. 2009
Douglas Crimp: Über die Ruinen des Museums, Verlag der Kunst: Amsterdam 1993.
Stefan Römer: Appropriation Art, in: Begriffslexikon zur zeitgenössischen Kunst, hg. v. Hubertus Butin, Snoeck Verlag: Köln 2014
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 2. März (ab 12 Uhr) bis zum 30. April (bis 18 Uhr) über CAMPUS.
Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.