Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2015

Veranstaltungsnr.: 40661 (Hauptseminar M.A.)

Gewalt und Geschlecht: Traumata und ihre Verarbeitung in der lateinamerikanischen Installationskunst

Zeit:
Di. 16-18
Raum/Ort:
GA 8/34
Beginn:
14.04.2015
Workload:
60h, 90h oder 210h
Kreditpunkte:
2, 3 oder 7 CP

Inhalte:
Auf dem Gebiet der Installation findet gegenwärtig das im Entstehen begriffene Œuvre dreier lateinamerikanischer Künstlerinnen weltweit größte Beachtung, die sich dezidiert und nahezu ausschließlich mit dem Phänomen politisch motivierter sozialer Traumata auseinandersetzen und ihr Werk nicht nur als Repräsentation des Erlebten und als Reflexion dieser Erfahrungswerte, sondern zugleich auch als therapeutischen Bewältigungsversuch verstehen. Die Arbeiten von Doris Salcedo (Jahrgang 1958, geboren in Bogotà, Kolumbien), Teresa Margolles (Jahrgang 1963, geboren in Culiacán, Sinaloa, Mexiko) und Tania Bruguera (Jahrgang 1968, geboren in Havanna, Kuba) zeichnet nicht nur ein starker Raumbezug und eine mehr oder minder starke Affinität zur Performance, sondern auch eine geradezu psychologische Aufmerksamkeit für gruppendynamische Prozesse und die intensive, auch körperliche Partizipation eines möglichst weit gefächerten und somit die Gesamtgesellschaft repräsentieren könnenden Publikums aus. Sie erweitern damit nicht zuletzt das Spektrum der der Installation zur Verfügung stehenden Ausdrucksmöglichkeiten und integrieren dies in ein durch den Feminismus geprägtes Selbstverständnis. Anhand von Fallstudien und der Lektüre ausgewählter kulturtheoretischer Texte will das Seminar nicht nur die Spezifik dieser künstlerischen Arbeiten analysieren, sondern zugleich zu deren Verortung in der Gesamtentwicklung der Gattung sowie der Selbstfindung einer Gesellschaft beitragen.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Max. 30 TeilnehmerInnen!