Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2015

Veranstaltungsnr.: 40651 (Hauptseminar M.A.)

Jäger und Sammler. Die Arbeit im Kunstmuseum des 21. Jahrhunderts

Zeit:
Blockveranstaltung
Beginn:
08.10.-10.10.2015
Workload:
90h
Kreditpunkte:
3 CP

Inhalte:
Das Verständnis des Museums als bürgerliche Institution ist erschüttert. Weltweite Vernetzung, Google-Bildersuche und die Ökonomisierung aller Lebensbereiche bringt die klassischen Begriffe vom Museum als Ort des Sammelns, Bewahrens, Erforschens und Vermittelns von Kunst und Kunstgeschichte in Bedrängnis. Gleichzeitig erreichen die Museen in Deutschland seit Jahren Besucherrekorde. Mehr Menschen gehen ins Museum als in Fußballstadien.

Die Tätigkeit in einem heutigen öffentlichen Kunstmuseum ist dennoch vom Sparzwang und vermeintlichen Anpassungsdruck an einen erfolgsversprechenden Massengeschmack geprägt. Personell sind viele Museen mittlerweile so unterbesetzt, dass sie wesentliche Bereiche ihres öffentlichen Auftrages nicht mehr vollständig erfüllen können.

Wie steht es um das Museum als kritische Instanz? Was hat es auf sich mit dem Impuls des "Jagens" und "Sammelns", der einst ausschlaggebend war für die Gründung des Erfolgsmodells Museum? Wie betreibt man heute erfolgreich und im Sinne der Öffentlichkeit ein Kunstmuseum? Welche Rolle spielen Forschung und Vermittlung, aber auch Politik und Geld? Und was tut dazwischen die Kunst? Wie organisiert man eine Ausstellung? Was definiert ein erfolgreiches Museum und warum? Wie sieht das Museum der Zukunft aus?


Themen:

Vor- und Frühgeschichte der Institution Museum:
Von Kassel über Paris in die ganze Welt

Das Kunstmuseum als Bilderfundus
Funktion und Bedeutung von Kunstsammlungen

Der Hagener Impuls
Die ersten Museen für Gegenwartskunst

Öffentlich und Privat
Sammeln, Finanzieren, Präsentieren im Vergleich

Museumsstrukturen
Von der Möglichkeit einer vernünftigen Organisation musealer Arbeit

Die Arbeit für und mit der Öffentlichkeit
Oder: wie sag ich''s meinem Besucher?

"Magic Moments"?
Die Penetration des Museums durch die Unterhaltungsindustrie

... Kann das weg?
Vom Stellenwert der aktuellen Kunst in unserer Gesellschaft

Material Turn - anwendbar auf das Museum?

Förderer und Sponsoren
Von Nutzen und Eigennutz

Im Verhältnis
Kunstmuseen, Kunstmessen, Kunstausstellungen

Das Künstlerische ist das Politische.
Über die langsame Durchdringung des abstrakten Raumes

Das Cave
Ein Zukunftsmodell für das Museum?

Do 8.10. 14-18 Uhr Treffen in Bochum: Einführung und 1-3 Referate
Fr 9.10. 11-17 Uhr Treffen im Museum Ludwig in Köln
Sa 10.10. 11-16 Uhr Treffen in Aachen: Ludwig Forum für Internationale Kunst
und Ludwig Stiftung
Einführende Literatur:
Ellen Spickenagel, Brigitte Walbe, Das Museum. Lernort contra Musentempel, Gießen: Anabas, 1976

Walter Grasskamp, Museumsgründer und Museumsstürmer. Zur Sozialgeschichte des Kunstmseums, München: Beck, 1981

Ekkehard Mai, Expositionen. Geschichte und Kritik des Ausstellungswesens, München, Berlin: Deutscher Kunstverlag, 1986

Walter Grasskamp, Die unästhetische Demokratie. Kunst in der Marktgesellschaft, München: Beck, 1992

Daniel Miller (Hrsg.), Materiality, Durham: Duke University Press, 2005

Charlotte Klonk, Spaces of Experience. Art Gallery Interiors from 1800 - 2000, New Haven: Yale University Press, 2009

Andrea Linnebach, Das Museum der Aufklärung und sein Publikum. Kunsthaus und Museum Fridericianum in Kassel, Kassel: Kassel University Press, 2014

Heinrich Th. Gürtler, Gottfried Korff, Ulrich Borsdorf, Das Zeigen der Dinge. Wahrnehmung und Erkenntnis im Museum, Köln: Böhlau, 2014

Philipp Aumann, Frank Duerr, Ausstellungen machen, Paderborn: Fink, 2014

Larissa Förster ( Hrsg.), Transforming Knowledge Orders. Museums, Collections and Exhibitions, Paderborn: Fink, 2014

Andrea Meyer, Benedicte Savoy, The Museum is Open. Torwards a transnational history of Museums 1750 - 1940, Berlin, Boston: de Gruyter, 2014
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Max. 15 TeilnehmerInnen!

Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 9. März (ab 12 Uhr) bis zum 30. April (bis 18 Uhr) über CAMPUS.
Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In CAMPUS erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.