Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2014

Veranstaltungsnr.: 40665 (Hauptseminar M.A.)

Serielle Verfahren in Kunst, Architektur und Medien I

Zeit:
Do. 16-18
Raum/Ort:
GA 6/62 Sammlungsraum
Beginn:
10.04.2014
Workload:
60h, 90h oder 210h
Kreditpunkte:
2, 3 oder 7 CP

Inhalte:
In der zeitgenössischen Kunst sind serielle Verfahren so geläufig, dass sie selten genauer befragt werden. Sie gehen nicht allein auf die amerikanische Minimal Art zurück, sondern erleben schon in den 1950/60er Jahren in europäischen Avantgardebewegungen eine Hochkonjunktur, sowohl in der abstrakt-geometrischen, konkreten und lichtkinetischen Kunst etwa bei Zero, aber auch im Nouveau Réalisme oder in der europäischen Pop Art. In beiden Fällen wird besonders der bisher wenig erforschte Zusammenhang zwischen seriellen Prinzipien deutlich, die parallel sowohl in der Kunst als auch in der Architektur sowie darüber hinaus in der gesellschaftlichen Debatte eine wichtige Rolle spielen. Dabei ist dieser Diskurs keineswegs von einer generellen Abwertung des Seriellen als monoton und stereotyp standardisierend geprägt. Vielmehr wird dem Seriellen auch eine enthierarchisierende, egalitäre Qualität mit politischer Dimension zugesprochen. Ähnlich wie gegenüber serienproduzierten Architekturen und Konsumgütern hängt zudem das Interesse der Künstler für die neuen Medien mit deren reproduzierbarem repetitivem Charakter zusammen. Dieser prägt sich in fotografischen wie filmischen Experimenten beispielsweise bei Jan Dibbets oder Peter Roehr in seriellen Strukturen aus, bis dann Video eine neue mediale Logik ins Spiel bringt.
Das Seminar will gattungsübergreifend diesen Querverbindungen nachgehen und den Blick in die Kunstgeschichte nach 1945 zurück auf zeitgenössische Beispiele des Seriellen spiegeln. Die historisch-theoretische Fundierung dient der Auseinandersetzung mit einzelnen Künstlerpositionen aus dem skizzierten Spektrum und mündet in die Vorbereitung einer Ausstellung, die 2015 in Kooperation mit Situation Kunst anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Ruhr-Universität stattfinden wird. Hierzu wird die Veranstaltung mit einem Blockseminar fortgesetzt, in dem die Mitarbeit am Ausstellungskatalog im Vordergrund steht.
Einführende Literatur:
Bippus, Elke, Serielle Verfahren. Pop Art, Minimal Art, Conceptual Art und Postminimalism, Berlin 2003 Bochner, Mel, Serial art, systems, solipsism, in: Gregory Battcock (Hg.), Minimal art, London 1969, 92-102
Chavez-Köster, Anja, Infinite possibilities. Serial imagery in 20th-century drawings, Ausst.-Kat. Davis Museum and Cultural Center, Wellesley Collage, Wellesley, Mass. 2005
Coplans, John, Serial Imagery, Pasadena 1968
Schneede, Uwe M. (Hg.), Monets Vermächtnis. Serie – Ordnung und Obsession, Ausst.-Kat. Hamburger Kunsthalle, Ostfildern-Ruit 2001
Schröder, Klaus Albrecht (Hg.), Pop Art & Minimalismus. The serial attitude, Ausst.-Kat. Albertina, Wien 2004 Serielle Formationen, Ausst.-Kat. Studio-Galerie, Frankfurt 1967
Sykora, Katharina, Das Phänomen des Seriellen in der Kunst : Aspekte einer künstlerischen Methode von Monet bis zur amerikanischen Pop Art, Würzburg 1983
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 3. März (ab 12 Uhr) bis zum 30. April (bis 18 Uhr) über VSPL. Die Teilnahme sowie Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie trotz Anmeldung nicht zum Seminar erscheinen oder einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.