Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2014

Veranstaltungsnr.: 40662 (Hauptseminar M.A.)

Gebaute Erinnerungen - Gedenkstätten, Mahnmale und architektonische Denkmäler im 20. Jahrhundert

Zeit:
Mo. 12-14
Raum/Ort:
GA 04/149
Beginn:
14.04.2014
Workload:
60h, 90h oder 210h
Kreditpunkte:
2, 3, oder 7 CP

Inhalte:
Architektur dient auf unterschiedlichste Weise als Medium des Erinnerns. Gebaute Denkmäler können Gedenken an Personen oder historische Ereignisse inszenieren und räumlich erfahrbar machen. Im Vergleich zu bildkünstlerischen Mitteln wie Historiengemälden oder Standbildern verfügen sie damit über spezifische Ausdrucksmöglichkeiten. Das Seminar will die unterschiedlichen gestalterischen Ansätze und Wirkungsweisen von Memorialbauten im 20. Jahrhundert aufzeigen. Frühe Beispiele sind die Bismarcktürme, die im gesamten Deutschen Reich an den Reichskanzler erinnerten. Sie werden internationalen Gedenkbauten wie dem Lincoln Memorial in Washington gegenübergestellt, um eventuelle nationale Besonderheiten herauszustellen. Die Komplexität des Erinnerns an den Ersten Weltkrieg wird anhand des ehemaligen Nationaldenkmals im ostpreußischen Tannenberg ebenso aufgezeigt wie an Gedenkstätten und Ehrenhallen aus der Zeit des Dritten Reichs. Ein zentraler Themenkomplex innerhalb des Seminars wird das Gedenken an Ereignisse während des Zweiten Weltkriegs sein, etwa am Beispiel Sowjetischer Ehrenmäler, aber auch anhand des Umbaus ehemaliger Konzentrationslager zu Gedenkstätten, der in Bundesrepublik und DDR höchst unterschiedlichen gestalterischen Leitbildern folgte. Anschließend werden jüngere Projekte wie das Mahnmal für die österreichischen Opfer der Schoah in Wien thematisiert, die sich in einem Zwischenbereich zwischen Skulptur und Architektur bewegen. Ausgehend von Beispielbauten soll der Frage nach aktuellen Gedenkkonzepten und der Räumlichkeit von Gedenken in einer historischen Perspektive nachgegangen werden. Eine ganztägige Exkursion zu architektonischen Denkmälern im Ruhrgebiet ist integraler Bestandteil des Seminars.

Seminarplattform: un.iversity.org
Exkursion (ganztägig): 17. Mai (Bochum)

Voraussetzungen für die Vergabe von Leistungspunkten
- Regelmäßige Anwesenheit und aktive Teilnahme
- Übernahme eines Referats (ggf. Hausarbeit bzw. Leistung für kleinen Leistungsnachweis)
- Vorbesprechung des Referats (Sprechstunde, mind. 1 Woche vor dem Referatstermin)
- Seminarbegleitende, wöchentliche Lektüre (wird bereitgestellt) incl. Kommentar
Einführende Literatur:
Deutsche Nationaldenkmale 1790-1990. Hrsg. Vom Sekretariat für Kulturelle Zusammenarbeit […], Bielefeld 1993.
Keller, Harald: Denkmal, in: Reallexikon zur deutschen Kunstgeschichte III (1954), Sp. 12-57-1297.
Koselleck, Reinhart: Kriegerdenkmale als Identitätsstiftungen der Überlebenden, in: Odo Marquard, Kh. Stierle (Hrsg.): Identität, München 1979, S. 255-276. (= Phonetik und Hermeneutik VIII)
Nipperdey, Thomas: Nationalidee und Nationaldenkmal in Deutschland im 19. Jahrhundert, in: Historische Zeitschrift 206, 1968, S. 529-585.
Scharf, Helmut: Kleine Kunstgeschichte des deutschen Denkmals, Darmstadt 1984.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 3. März (ab 12 Uhr) bis zum 30. April (bis 18 Uhr) über VSPL. Die Teilnahme sowie Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie trotz Anmeldung nicht zum Seminar erscheinen oder einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.