Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2014

Veranstaltungsnr.: 40652 (Hauptseminar M.A.)

Meisterwerke, Glaubensbilder, Geschichtszeugnisse? Zur Inszenierung und Interpretation mittelalterlicher Kunst im Museum

Zeit:
Essen: 9.5.2014, 14-18 Uhr Köln, Bonn (1,5 Tage: Fr. nachmittag, Sa. ganztägig), 6./7.6.2014 Münster, Herne (1,5 Tage: ebs.) 4./5.7.2014
Raum/Ort:
Einführung GA 6/62
Beginn:
Einführung: 25.4.2014, 14-18 Uhr
Workload:
90h
Kreditpunkte:
3 CP

Inhalte:
Anlässlich der Neueinrichtung der großen Mittelalter-Abteilung im LWL-Museum für Kunst und Kultur (Westfälisches Landesmuseum) zur Wiederöffnung im Herbst 2014 hinterfragt das Seminar aktuelle Präsentationskonzepte mittelalterlicher Kunst. Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit haben zahlreiche kunst- und kulturhistorische Museen in den letzten Jahren den Versuch unternommen, ihre Mittelalter-Sammlungen in ein neues Licht zu setzen (Berlin, Bode-Museum; Bern, Historisches Museum; Freiburg, Augustinermuseum; Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum; London, The British Museum, Victoria & Albert Museum etc.). Herangehensweisen und Ergebnisse sind dabei – auch je nach Museumstyp – sehr unterschiedlich: von der chronologischen Aneinanderreihung über eine Einbindung in die Kulturgeschichte mit themenbezogenen Erzählsträngen bis zur bewussten Ästhetisierung als Kunstobjekt.

Nach der Einführung in Bochum findet das Seminar in drei Exkursionsblöcken statt:
• Essen, Domschatz und Ruhrmuseum auf Zeche Zollverein
• Köln, Bonn, u.a. Diözesanmuseum Kolumba, Museum Schnütgen, LVR-Landesmuseum Rheinland
• Münster, u.a. LWL-Museum für Kunst und Kultur, Blick hinter die Kulissen des Neubaus, Herne, LWL-Museum für Archäologie.

Voraussetzung und Leistungsnachweis:
Regelmäßige Teilnahme und Übernahme eines Referats. Die Referate können im Einführungsseminar oder vor Ort in den besuchten Museen gehalten werden.

WICHTIG: Bitte setzen Sie sich zu Semesterbeginn zur Abstimmung eines Themas direkt mit der Dozentin Dr. Petra Marx, Mittelalter-Kuratorin LWL-Museum für Kunst und Kultur (Westfälisches Landesmuseum) in Verbindung: petra.marx@lwl.org oder 0251/5907-218. Eine Themenliste geht Ihnen dann zu.
Einführende Literatur:
Literatur (chronologisch)

• Bernhard Deneke, Rainer Kahsnitz (Hg.), Das kunst- und kulturgeschichtliche Museum im 19. Jahrhundert. Vorträge des Symposions im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, München 1977.
• Ulrich Bock, Sammlungskonzeption und didaktisches Schrifttum zum Schnütgen-Museum in der Zeit seines Gründers und Fritz Wittes, in: Alexander Schnütgen. Colligite fragmenta ne pereant. Gedenkschrift des Kölner Schnütgen-Museums zum 150. Geburtstag seines Gründers, Köln 1993, S. 269-282.
• Hiltrud Kiehr, Frank Günther Zehnder (Hg.), Lust und Verlust. Kölner Sammler zwischen Trikolore und Preußenadler, Köln 1995 [diverse Beiträge zu Kölner Sammlungen].
• Gabi Dolff-Bonekämper, Säkularisation und Kunstgewinn: Zur Neubewertung religiöser Bild- und Bauwerke des Mittelalters im 18. und 19. Jahrhundert, in: Crusius, Irene (Hrsg.): Zur Säkularisation geistlicher Institutionen im 16. und im 18./19. Jahrhundert, Göttingen 1996, S. 180ff.
• Alexis Joachimides, Sven Kuhrau (Hg.), Renaissance der Kulturgeschichte? Die Wiederentdeckung des Märkischen Museums in Berlin aus einer europäischen Perspektive, Dresden 2001.
• Uwe Heckmann, : Die Sammlung Boisserée. Konzeption und Rezeptionsgeschichte einer romantischen Kunstsammlung (= Neuzeit und Gegenwart. Philosophie in Wissenschaft und Gesellschaft), München 2003.
• Conrad Rudolph (Hg.), A companion to Medieval art. Romanesque and Gothic in Northern Europe, Blackwell 2006.
• Paul Crossley, Between Spectacle and History. Art History and the Medieval Exhibitions, in R. Marks (Hg.), Late Gothic England, Art and Display, London, 2007, S. 138-153. Jutta Zander-Seidel, Das Germanische Nationalmuseum und das Mittelalter, in: Mittelalter. Kunst und Kultur von der Spätantike bis zum 15. Jahrhundert, Nürnberg 2007, S. 9-26.
• Ralf Schürer, Die neue Schausammlung, ebd., S. 27-31.
• Susanne Claußen, Anschauungssache Religion. Zur musealen Repräsentation religiöser Artefakte, Bielefeld 2009.
• Wolfgang Brückle u.a. (Hg.), Ausgestelltes Mittelalter. Kontextbildung, Geschichtsbildung, Wertbildung, Bern 2010 (Druck in Vorbereitung).
• Ders.: Das Mittelalter als Prüfstein der Museumskultur. Szenographische Kontextproduktion von 1750 bis heute, in: ders. 2010 (Druck in Vorbereitung)
• Ulrike Wolff-Thomsen, Sven Kuhrau, Geschmacksgeschichte(n). Öffentliches und privates Kunstsammeln in Deutschland 1871-1933, Kiel 2011.
• William J. Diebold, The High Middle Ages on Display in the Exhibition Deutsche Größe (1940-42), in: Mittelalterbilder im Nationalsozialismus, hg. v. Maike Steinkamp und Bruno Reudenbach, Berlin 2013, S. 103-117.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Max. 15 Teilnehmer/innen!!!

Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 3. März (ab 12 Uhr) bis zum 9. April (bis 18 Uhr) über VSPL. Die Teilnahme sowie Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie trotz Anmeldung nicht zum Seminar erscheinen oder einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.