Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2013

Veranstaltungsnr.: 40662 (Hauptseminar M.A.)

Architektur der 1960er Jahre in Deutschland

Zeit:
Do. 16-18
Raum/Ort:
GA 5/29
Beginn:
25.04.2013
Workload:
60h, 90h oder 210h
Kreditpunkte:
2, 3 oder 7 CP

Inhalte:
"Eigentlich hatte in den 60er Jahren alles besser werden sollen" so resümierte der Architekturkritiker Wolfgang Pehnt eine Dekade der Nachkriegsarchitektur, die von grenzenlosem Optimismus, von Zukunfts- und Technikgläubigkeit geprägt war. In der Architektur der Zeit manifestierten sich Widersprüche und Gegensätze wie kaum zuvor. Baumeister wie Gottfried Böhm vollzogen mit ihren skulpturalen Betonbauten eine radikale Abkehr von den Glas-Stahl-Kisten des Internationalen Stils. Gleichzeitig strebten Architekten-Ingenieure wie Frei Otto und Günter Behnisch mit Zeltstrukturen nach einer leichten, ephemeren Architektur. Neue technische Möglichkeiten und Baustoffe, auch die scheinbar unendliche Energie aus Kernkraft ließen die Phantasien der Architekten ins Utopische schießen: Bauen im Meer, fliegende Städte und Architektur im Weltall waren nur einige der visionären Konzepte. Zugleich versuchten Städteplaner, der ernüchternden Realität der Wohnungsnot zu begegnen, indem Großsiedlungen wie Neu-Perlach in München oder Nordweststadt in Frankfurt a.M. jeweils für zehntausende Bewohner entstanden. Das konkrete Baugeschehen wurde begleitet von theoretischen Debatten, die etwa die "Unwirtlichkeit unserer Städte" (A. Mitscherlich) anprangerten. Das Seminar versucht die Epoche sowohl ideengeschichtlich wie anhand ausgewählter Bauten und Projekte zu beleuchten, unter anderem im Rahmen einer Tagesexkursion innerhalb des Ruhrgebiets.

Exkursion: 8. Juni ganztägig

Literatur:
Kenneth Frampton: Die Architektur der Moderne. Stuttgart 2010
Jürgen Joedicke: Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Von 1950 bis zur Gegenwart. Stuttgart, Zürich 1990
Olaf Gisbertz (Hg.): Nachkriegsmoderne kontrovers. Positionen der Gegenwart. Berlin 2012
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. März (ab 12 Uhr) bis zum 30. April (bis 18 Uhr) über VSPL. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. TeilnehmerInnen, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters automatisch gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.