Vorlesungsverzeichnis Sommersemester 2012

Veranstaltungsnr.: 40631 (Grundseminar)

Kunstpolitik und -patronage unter Julius II.

Zeit:
Di. 14-16h
Raum/Ort:
GA 6/62 Sammlungsraum
Beginn:
10.04.2012
Workload:
60h oder 180h
Kreditpunkte:
2 oder 6 CP

Inhalte:
Die Besteigung des Papstthrones durch Julius II. aus dem Geschlecht der Rovere 1503 markiert eine kunsthistorische Zäsur. Er machte sich sofort durch sein untrügliches Gespür für viel versprechende und gute Künstler einen Namen. So verpflichtete er den Architekten Donato Bramante, der nach dem Sturz Lodovico Sforzas in Mailand 1502 einen neuen Förderer suchte, den Bildhauer Michelangelo Buonarroti und den jungen Florentiner Maler Raffaello Santi. Gerade Michelangelo und Raffael, die der Papst aus Florenz holte, eröffnete er mit seinen Aufträgen ungeahnte Karrierechancen und Rom hatte durch diese alle Gattungen abdeckenden Künstler das erste Mal seit der Antike wieder die Möglichkeit, führendes Kunstzentrum zu werden. Julius II. verfolgte in den zehn Jahren seines Pontifikats eine klug durchdachte, umfassende Kunstpolitik: die vatikanische Residenz sollte erneuert werden, ein eigenes Grabmal erbaut und ein Ort für antike Kunstwerke geschaffen und last but not least: die Peterskirche sollte neu erbaut werden. Diese und weitere im Zusammenhang mit der julischen Kunstförderung stehende Projekte und Werke sollen in dem Seminar betrachtet und in den Kontext der kunstpolitischen Strategie Julius’ II. verortet werden.

Kleine Literaturauswahl:
_ David Frapiccini, „Renovatio Imperii“ e nuova età aurea nel segno di Giulio II delle Rovere: taluni reflessi sulle arti, in: Humanistica 5, 2010(2011), S. 63-87.
_ Christoph Luitpold Frommel, Il dialogo di Giulio II con gli artisti, in: Flavia Cantatore u. a. (Hrsg.), Giulio II e Savona, Rom 2009, S. 5-28.
_ Andreas Tönnesmann, Die Kunst der Renaissance, München 2007.
_ Christine Shaw, The motivation for the patronage of pope Julius II, in: Martin Gosman (Hrsg.), Princes and proncely culture: 1450-1650, 2, Leiden 2005, S. 43-61.
_ Giovanna Rotondi Terminiello (Hrsg.), Giulio II: papa, politico, mecenate (Atti del convegno Savona 2004), Genua 2005.
_ Andreas Tönnesmann, Kleine Kunstgeschichte Roms, München 2002.
_ Petra Kruse (Hrsg.), Hochrenaissance im Vatikan: Kunst und Kultur im Rom der Päpste 1503 – 1534 (Ausstellungskatalog Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland 1998-1999), Bonn 1998.
_ Bram Kempers, Julius inter laudem et vituperationem: Ein Papst unter gegensätzlichen Gesichtspunkten betrachtet, in: Petra Kruse (Hrsg.), Hochrenaissance im Vatikan: Kunst und Kultur im Rom der Päpste 1503 – 1534 (Ausstellungskatalog Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland 1998-1999), Bonn 1998, S. 15-29.
_ John K. G. Shearman, Il mecenatismo di Giulio II e Leone X, in: Arnold Esch u. a. (Hrsg.), Arte, commitenza ed economia a Roma e nelle corti del Rinascimento, Turin 1995, S. 213-242.
_ Silvia Bottaro u.a. (Hrsg.), Sisto IV e Giulio II: mecenati e promotori di cultura (Atti del convegno internazionale di studi, Savona, 1985), Savona 1989.
_ Anton Haidacher, Geschichte der Päpste in Bildern, Heidelberg 1965.
_ Ludwig von Pastor, Geschichte der Päpste im Zeitalter der Renaissance: von der Wahl Innozenz’ VIII bis zum Tode Julius’ II, Bd. 3, Freiburg im Breisgau 1924 (5. – 7. Auflage).

Teilnahmevoraussetzungen: ausgeprägtes Interesse am Thema, Anwesenheit und aktive Mitarbeit
Großer Leistungsnachweis: Referat (30-45 Minuten) und Hausarbeit (10-15 Seiten)
Kleiner Leistungsnachweis: Referat (15 Minuten). Je nach Teilnehmerzahl werden die Kurzreferate durch eine 15-minütige Prüfung ersetzt.
Voraussetzungen für die Vergabe von Kreditpunkten:
Die An- und Abmeldung zu der Veranstaltung erfolgt vom 1. März (ab 12 Uhr) bis zum 30. April (bis 18 Uhr) über VSPL. Danach sind Anmeldungen nicht mehr möglich. Teilnehmer, die häufiger als zweimal unentschuldigt fehlen, werden am Ende des Semesters automatisch gelöscht. Die Übernahme seminarischer Beiträge wie Referate oder mündl. Prüfungen sind als Studienleistung verbindlich. Sollten Sie einen Termin ohne triftigen Grund versäumen oder kurzfristig absagen, wird die Leistung mit „nicht ausreichend“ bewertet. In VSPL erfolgt der Eintrag „nicht bestanden“. Dies gilt auch für geleistete Beiträge, die nicht den Ansprüchen eines kleinen Leistungsnachweises genügen.