Anwesenheitspflicht

1. VERBESSERUNGS- UND KOMMUNIKATIONSKULTUR:

Miteinander reden und gegenseitiges Vertrauen statt übereinander reden und Misstrauen sind diskussionsleitend und Kernelement des Diskurses zwischen Lehrenden und Studierenden sowie in der UKL.

2. ANWESENHEITSLISTEN:

Für Vorlesungen gilt, wie 2010 festgehalten, dass keine Anwesenheitspflicht besteht und auch keine Anwesenheitslisten geführt werden. Auch in den anderen Lehrveranstaltungen soll nach Möglichkeit auf Anwesenheitslisten verzichtet werden.

3. VORAUSSETZUNGEN ZUR DEFINITION VON ANWESENHEITSPFLICHTEN:

Module können nur dann mit Anwesenheitspflichten belegt werden, wenn sie durch
Prüfungsformen abschließen, die den verfolgten Lern- und Kompetenzentwicklungszielen
angemessen sind.

4. SEMESTERBEGLEITENDE LERNERFOLGSKONTROLLEN IN LEHRVERANSTALTUNGEN

OHNE ANWESENHEITSPFLICHTEN:
Semesterbegleitende Lernerfolgskontrollen liegen im Ermessen der/des Dozierenden und dürfen mit dem Erwerb von Bonuspunkten für die Modulabschlussprüfung versehen werden, dürfen aber keine Prüfungsvoraussetzung darstellen.

5. ANWESENHEITSPFLICHTEN IN SEMINAREN:

Anwesenheitspflichten in Seminaren setzen voraus, dass der wissenschaftliche Diskurs im Zentrum der Veranstaltung steht und das Seminar auf eine Teilnehmerzahl von 30 angelegt ist.
Seminare, die auf eine höhere Teilnehmerzahl angelegt sind, können nicht mit
Anwesenheitspflichten belegt werden.



6. TOLERANZGRENZE BEI ANWESENHEITSPFLICHTEN:

Für Veranstaltungen/Seminare mit Anwesenheitspflicht gilt, dass sich die Anwesenheit auf 66,6 % bis 85 % der vorgesehenen Termine beziehen soll. Grundsätzlich sollte maximal eine Anwesenheit von 66,6 % verlangt werden. Höhere Werte bedürfen der Begründung (z.B. Approbationsordnung, Juristenausbildungsgesetz) und sind nach angemessener Zeit zu überprüfen.



7. REGELUNGSORT FÜR KONFLIKTFÄLLE:

Die Fakultät ist der Regelungsort für etwaige Konfliktfälle, weil hier die fachspezifischen Besonderheiten im Blick sind. Ansprechpartner für Lehrende und Studierende ist in erster Linie der Dekan/ die Dekanin bzw. der Studiendekan/ die Studiendekanin. Sollte sich der Konflikt nicht beilegen lassen, kann der Fall über die Prorektorin/den Prorektor für Lehre an die UKL weitergeben werden.



Ergänzende Hinweise der UKL zu den Leitsätzen:

Vertrauensschutz
Einige Prüfungsordnungen sehen vor, dass Leistungspunkte auch für die reine Teilnahme
(Anwesenheit) erbracht werden können. Studierende, die darauf bauen, können im
Wintersemester 2014/2015 und im Sommersemester 2015 auf den Bestandsschutz dieser
Regelung vertrauen. Alternativ können zwischen Lehrenden und Studierenden
„Ersatzleistungen“ vereinbart werden, so dass ein Verzicht auf die Anwesenheitspflicht für diese Einzelfälle möglich ist. Ab dem Wintersemester 2015/2016 wird es nicht mehr möglich sein, Leistungspunkte durch reine Anwesenheit zu erlangen. Die Prüfungsordnungen sind entsprechend zu ändern.


Unsicherheiten in Verbindung mit der Erfüllung der Deputatspflicht:

Kann seitens der Lehrenden die Deputatspflicht aufgrund fehlender Veranstaltungsteilnehmer nicht erfüllt werden, ist das Problem dem Dekan/der Dekanin zu melden und eine Regelung abzustimmen. Insbesondere bei Lehrbeauftragten ist seitens der Fakultäten darauf zu achten, dass das Thema im Vorfeld angesprochen wird und auf die entsprechenden vertraglichen Regelungen hingewiesen wird.


Anpassungszeitraum:

Bis zum Beginn des Wintersemesters 2015/2016 sollen die erforderlichen Anpassungen in
allen Prüfungsordnungen und allen Modulhandbüchern abgeschlossen sein. Für einen ersten Überblick sollen die Fakultäten der UKL jeweils zu Semesterende bezogen auf das Wintersemester 2014/2015 sowie das Sommersemester 2015 einen kurzen Bericht über
etwaige Konfliktfälle und den Umsetzungsstand bei der Überarbeitung der Modulhandbücher zur Verfügung zu stellen. An den Tagen der Lehre kann zudem über etwaige Konfliktfälle und Lösungsansätze diskutiert werden.