Frans Francken d.J.,
Kunst- und Raritätenkammer, um 1620-25, Kat.-Nr. 24

hochauflösende Abbildung
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Kunst- und Wunderkammern, als Orte privaten Sammelns kostbarer und exotischer Gegenstände und Kunstobjekte, existieren bereits seit der Renaissance. Sie stellen die frühe Form des Museums dar. Das aufstrebende Bürgertum Antwerpens entdeckte die Kunstkammer für sich, als Medium bürgerlicher Repräsentation und eines neu erwachenden Wissenschaftsinteresses. Der anwachsende Sammlungsbestand wurde selbst zum Bildthema. Eine neue Bildgattung entstand - die "Gemalte Galerie".

Die Preziosenwand als gemalter Ausschnitt einer Gemalten Galerie ist als eigene Untergattung aufzufassen. Die Preziosen (Kostbarkeiten) sind unterteilt in naturalia - Werke der Natur - und artificialia - von Menschenhand Geschaffenes. Ihre Vielfalt spiegelt das Bestreben wider, in der Kunstkammer das Universum "im Kleinen" festzuhalten. Entsprechend wird in der Auswahl der kleinformatigen Gemälde - der sogenannten Kabinettstücke - die hohe Wertlegung auf die Repräsentation möglichst vieler Gattungen deutlich. So sind neben Landschaftsbildern, Porträts und Stillleben Schilderungen biblischer Szenen - hier etwa die 'Anbetung der Könige' - zu finden.

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