Jan Fyt, Jagdstillleben, 1651, Kat.-Nr. 70
 

Schon früh sind auf Küchenstillleben Wildbret und Federwild zu finden. Doch bringt die Jagd als gesellschaftlich bedeutende, an Privilegien des Adels geknüpfte Aktivität eine eigene Untergattung hervor. Hier darf mit hohem Pathos und barocker Dekorationsfreude inszeniert werden: Bilder dieser Thematik dienen oft der Ausstattung von Jagdschlössern und Landvillen.
Jan Fyt, zunächst Schüler und Mitarbeiter des Antwerpener Hauptmeisters Frans Snyders, überhöht sein signiertes Jagdstillleben: Er drapiert roten Stoff in freier Landschaft. Die Jagdbeute aus Hasen, Fuchs und Wildgeflügel wird in prachtvollen Farben und deutlich sichtbarer Pinselführung, in offenem Malduktus, nach dem Grundsatz der "Abundantia", des Überflusses in Motivfülle und Artenreichtum präsentiert. Haupttrophäe ist hier ein kapitaler Rehbock.


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