Schon früh sind auf Küchenstillleben Wildbret und Federwild
zu finden. Doch bringt die Jagd als gesellschaftlich bedeutende,
an Privilegien des Adels geknüpfte Aktivität eine eigene
Untergattung hervor. Hier darf mit hohem Pathos und barocker Dekorationsfreude
inszeniert werden: Bilder dieser Thematik dienen oft der Ausstattung
von Jagdschlössern und Landvillen.
Jan Fyt, zunächst Schüler und Mitarbeiter des Antwerpener
Hauptmeisters Frans Snyders, überhöht sein signiertes
Jagdstillleben: Er drapiert roten Stoff in freier Landschaft.
Die Jagdbeute aus Hasen, Fuchs und Wildgeflügel wird in prachtvollen
Farben und deutlich sichtbarer Pinselführung, in offenem
Malduktus,
nach dem Grundsatz der "Abundantia", des Überflusses
in Motivfülle und Artenreichtum präsentiert. Haupttrophäe
ist hier ein kapitaler Rehbock.
