Vor dunklem Grund - wie vor dem Nichts - hebt sich die Vanitasgruppe auf steinerner Tischplatte ab. Das Licht der Kerze erlischt, der Docht lässt dünnen, transparenten Rauch aufsteigen. Auch der Tabak wird sich in der Tonpfeife auflösen. Selbst Geldmünzen und Schriftsätze unterliegen der Vergänglichkeit.
Doch bieten sich dem Betrachter alternative Deutungsmöglichkeiten. Den Totenschädel bekränzen Ähren - Sinnbild für neues oder ewiges Leben. Vor der Ebene des Tischstilllebens sind nach Art eines Trompe-l'ils Arbeitsutensilien des Malers zu sehen. Die vier Gegenstände sind von den Bildrändern überschnitten - ein formaler Hinweis auf die Vergänglichkeit. Grundsätzlich sind zwei Gedanken möglich: Auch die Kunst ist dem Untergang geweiht oder sie überwindet die Zeitlichkeit und überdauert den Tod des Künstlers für Jahrhunderte. Stillleben dieses Themas, aber auch allgemein, lassen Spielräume für Interpretationen.
