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Zöllner, Selbstportät Raffaels
Ludwig Theodor Zöllner (1796-1860),
Selbstporträt Raffaels (Knabenbildnis),
Lithographie (B 5)

In der deutschen Dichtung der Romantik wird Raffael zum größten aller Künstler proklamiert. Die weitreichendste Wirkung auf die Künstlerverehrung der Zeit hatten Heinrich Wackenroders "Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders" von 1797. Wackenroder predigte eine Ästhetik des Gefühls, die Einheit von Leben, Kunst und Religion. Wackenroder in Bezug auf Raffael:

"Ich vergleiche den Genuß der edleren Kunstwerke dem Gebet".

"Jedes schöne Werk muß den Künstler in sich schon antreffen, aber nicht sich mühsam darin aufsuchen; die Kunst muß seine höhere Geliebte sein (...) Sie muß eine religiöse Liebe werden, oder eine geliebte Religion."

"Wie unglückselig dünken mir diejenigen zu sein, die deine geweihten Hallen nur wie gemalte Wände besuchen, die dich mit den übrigen nennen, dich mit billiger Zunge loben und dich doch lieber meistern möchten!"

Philipp Otto Runge, neben Caspar David Friedrich der bedeutendste deutsche Maler der Romantik, über den Menschen und Künstler Raffael:

"Sein tiefer und heitrer Sinn und die Unschuld des Gemüths zogen ihn groß. Die Gewandtheit und Eleganz seiner Hand konnte den kindlichen Geist nicht verlenken, der ihn frey von aller Manier und Methode erhielt. Seine Bilder sind wie Geschichten von Engeln, die ein geist- und lebenvolles Kind uns erzählen würde; und wie er in seinem Leben nur sein innerstes Gemüth auszusprechen suchte, so mußte er durch die Unbefangenheit und den Reiz, womit alle Gestalten in seinen Werken sich bewegen, nur desto unwiderstehlicher alles hinreißen, so daß er von seinen Zeitgenossen fast angebetet wurde."

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