Raffaels Grabinschrift
Scann aus: J. D. Passavant, Rafael von Urbino und
sein Vater Giovanni Santi, Bd. 1, Leipzig 1839.

Am Karfreitag des Jahres 1520 starb Raffael, 37 Jahre jung, von ganz Rom betrauert unter internationaler Anteilnahme. Pietro Bembo, Humanist, Dichter und Freund Raffaels, setzte die Grabinschrift auf. Er faßt lapidar das zeitgenössische Urteil zusammen: Die Natur, Ursprung aller schöpferischen Begabung, habe die Konkurrenz Raffaels zu seinen Lebzeiten ebenso gefürchtet wie mit Raffaels Tod den Untergang göttlichen Ingeniums.

Eine Generation später formulieren der Florentiner Giorgio Vasari - zuerst 1550, erweitert dann 1568 - und der Venezianer Lodovico Dolce 1557 Einschätzungen des Künstlers, die drei Jahrhunderte Bestand haben werden; Vasari in seiner Raffael-Biographie, Dolce in seinem Dialog über die Malerei, in dem er Tizians Freund Pietro Aretino auftreten läßt.

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