|
"Es
ist doch so! Wir besitzen an diesem Werke 'das erste Bild der
Welt'!"
(Carl
Gustav Carus, 1857)
Im Jahr 1755, anläßlich der Erwerbung des Bildes aus Piacenza
für die kurfürstlichen Sammlungen in Dresden, feiert Johann Joachim
Winckelmann die zuvor nur gelegentlich erwähnte Sixtinische Madonna:
"(...) Eine
Madonna mit dem Kinde, dem heiligen Sixtus und der heiligen Barbara,
kniend auf beiden Seiten, nebst zwei Engeln im Vordergrunde. Es
war dieses Bild das Hauptaltarbild des Klosters St. Sixti in Piacens.
Liebhaber und Kenner der Kunst gingen dahin, um diesen Raffael
zu sehen (...).
Sehet die Madonna mit einem Gesichte voll Unschuld und zugleich
einer mehr als weiblichen Größe, in einer selig-ruhigen
Stellung, in derjenigen Stille, welche die Alten in den Bildern
ihrer Gottheiten herrschen ließen (...).
Das Kind auf ihrem Arm ist ein Kind über gemeine Kinder erhaben,
durch ein Gesicht, aus welchem ein Strahl der Gottheit durch die
Unschuld der Kindheit hervorzuleuchten scheint."
|